258 Templcisen
Templeisen, Ritter des Graal (s. d.).
Templer, s. v. w. Teinpelherren.
Templin, 1) Kreis im preuß. Regbez. Potsdam,von der Havel u. Ucker durchflossen, reich an Seen;1435,„iüjkm (2K„g sI!M) Mit (1875) 44,060 Ew.2) Kreisstadt darin, am Templinersee u. am 13,^ kmlangen, schiffbaren Templiner Kanal, welcher dengleichnam. See mit der Havel verbindet; Amtsge-richt, Ackerbau; 1875: 4012 Ew. — T. soll in derersten Hälfte des 13. Jahrh. von Tempelherren an-gelegt sein u. ist bekannt durch den Frieden v. 25.Nov. 1317, in welchem die Uckermark an Branden-burg kam. 1735 brannte die Stadt gänzlich ab u.wurde später nach einem von Friedrich d. Gr. ent-worfenen Plane wieder aufgebaut. H- Berns.
Tomplum (lat.), der am Himmel von dem Augurmit dem Lituus bezeichnete Platz, innerhalb dessendie Zeichen beobachtet werden sollten, s. u. tinAnrium;abgemessenes Stück Land, um es einem Gott zuweihen; der Tempel, s. d.
Tempo, franz. ilonvsmsnt, Zeitmaß, der Gradder Schnelligkeit, in welchem ein Tonstück im großenGanzen ausgeführt werden soll u. weicher zu Anfangeines jeden Tonstücks durch bestimmte Worte, auchwol mit Angabe des Taktmessers (s. Metronom)bezeichnet wird. Man unterscheidet drei Hauptgradedes T-s: Langsames: OarAo, Oravs, Osnto, Xcka-Aio, OarAbstto; Mittleres oderGemäßigtes:^n-ckants,ü'Ioäsrato,Llg.S8toso,Lnäaniino,^IIeArstcko;Schnelles: ^.UsAro, Vivaos, Oresto, Orsstissimo.Im Wesentlichen bleibt die Bestimmung des richtigenT-s dem Ansführenden od. Dirigenten überlassen;ausschlaggebend hierin ist der Charakter eines Ton-stücks. T., statt atompo, bedeutet: im srüherenZeit-maß; T. xrimo, erstes Zeitmaß; T. oommoäo,in bequemem, nicht schleppendem noch übereiltemZeitmaß; 1. äi maroia, äi minnstto rc., im Zeit-maß eines Marsches, einer Menuett rc.; T. rubato,geraubtes Zeitmaß, wobei einzelne Stellen schnellerod. langsamer genommen, auch abweichend accenluirtn. phrasirt werden.
Tompors (lat., Mehrheit von tompns), Zeiten;T. mntanim- st noo mnbamnr in Iltis, die Zeitenändern sich und wir ändern uns in ihnen; (Anat.),die Schläfe.
Temporal (v. Lat.) 1)zeitlich;daher Tempora-lis, der zur Anzeige der Zeit, wann etwas geschehenist, dienende Casus; dann2) weltlich, im Gegensatz vongeistlich; daherTemporalien, weltliche Vortheile,d. h. alle mit der Verwaltung eines geistlichen Amtesverbundenen Einkünste an Geld, Naturalien, Zehn-ten rc.; 8) was sich auf die Schläfe bezieht.
Temporär (v. Lat.), zeitweilig, vorübergehend.
Temporistren(v.Lat.), sich nach derZeit schicken,zögern, etwas Hinhalten.
Tempus (lat.),Zeit; bes.IMbschnittderZeitimAll-gemeinen u. jedeZeit n. jederTheil derselben. 2)DieZeitform, in welcher eine Thätigkeit dargestellt wird.Jede Thätigkeit kann als vergangen, od. als gegen-wärtig, od. als zukünftig gedacht werden: so ist auchdas grammatische T. zunächst ein dreifaches: 'I.prasoono, die Gegenwart, 1. prasisritum, die Ver-gangenheit, 1. kntnrnm, die Zukunft bezeichnend.Dieselben werden entweder durch eine bestimmte Formod. durch Umschreibung mit Hilfsvcrbis gebildet (s.Verbum). Nun kann aber jede Handlung als voll-
— Isimills.
endet od. als unvollendet angesehen werden: in derGegenwart: ich frage (unvollendet, Oraossno), ichhabe gefragt (vollendet, Osrksobnm); in der Ver-gangenheit: ich fragte (unvollendet, Impsrkootnm),ich hatte gefragt (vollendet, Olnsgnampsrlsetnm);in der Zukunft: ich werde fragen (unvollendet, On-tnrnm I), ich werde gefragt haben (vollendet, Ou-inrum II oder sxaoinm). Einfach die vergangeneHandlung ohne Rücksicht auf die Vollendung bezeich-net der griechische Aorist u. das lateinische sog. ksr-iseinm bisborionm. Auch theilt man die Zeitformenein in Haupttempora (Tempora absoluta, simpli-era), welche eineu einzelnen, an sich verständlichenSinn geben (das Oraosens, Osrksetnm, Ontnrnmsimplox); n. abhängige Tempora (Tsmpora rsla-türa. oomxosria), welche erst in Beziehung auf u.in Verbindung mit einem absoluten T. verständlichwerden (das Impsrlsebnm, Oinsqnamperksotnm,Oubnrnm sxaotnm). Vgl. Kaps, Os tomporibusxramm., Heilbr. 1830; Herm. Schmidt, vookrina,tsmporum verbi Ar. st lat., Halle 1836—1842,4Hefte; F. A. Fritsch, Kritik der bisherigen Tempus-u. Moduslehre, Franks. 1838; Herling, VergleichendeDarstellung der Lehre vom T. u. Modus, Hannov.1840; G. Curtius, Die Bildung der Tempora undModi im Griech. u. Lat., I. Berl. 1846; Ders., DasVerbum der Griech. Sprache (s. Verbum); Fuisting,Theorie der Modi u. Tempora in der Griech. Sprache,Mllnst. 1850; Flock, Os tsmporum rations vsrbi6r. st Oat., Kobl. 1852; Kerber, LiAmüoationsstsmporum vsrbi Or. st O., Halle 1864; Aken, Grund-züge der Lehre von den Tempora u. Modis, 1861;Kühner, Ausführliche Grammatik der Gr. Sprache,2. A. 1870, II. 1., 115—153. a.
Temrjnk, 1) Bai auf der asiatischen Seite desAsowschen Meeres, begrenzt die Taman-Halbinsel,ist seicht. 2) Stadt im Kuban Gebiet (Rußland), aneiner tief eingeschnitteneu Bucht der gleichnam. Bai;Hafen; 7426 Ew., welche namentlich Fischerei undHandel betreiben.
Temudsch in, der ursprüngliche Nämesvo n Dschin-gis-Khan (s. d.).
Temnlenz, Taumel, Trunkenheit.
Tenacität (v. Lat.), das Festhalten; Hartnäckig-keit, Zähigkeit, übertrieben dann Kargheit.
Tonsille (franz., Zange), Form eines Festungs-umrisses (Tenaillenförmiger Festungsumriß), auslauter geraden Linien, die abwechselnd eingehende u.ansspriugende Winkel bilden, so daß jede Linie derneben ihr liegenden Bestreichung gewährt. Zuerstgab der Italiener Marchi einen solchen Umriß inseiner Kriegsbauknnst an, Groote, Snttinger, Werth-müller rc. folgten ihm; Landsberg aber behandeltezuerst den zangenförmigen Umriß shstematisch. DasZangenwerk hat bloß Facen u. Flanken, welche durchkeine Courtine geschieden sind. In den eingehendenWinkeln sind je nach der Höhe der Wälle unbestricheneRäume, welchem Mangel aber durch Kasemattirungdes eingehenden Winkels od. auch durch Brechen u.Znrücklegen des abgeschnittenen Stückes abgeholfenworden ist. Der eingehende Winkel muß, wegen desAnsbrcitens der Kartätschen, etwas größer sein als90°, d. h. 95—105". Herbert suchte das Zangen-werk möglichst zu verstärken; Montalembert sah esals das einzig zulässige an, worüber er mit denfranzösischen Jngenienren in Streit verwickelt wurde;