leillperLiitia — Temple.
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sie in ihm tiefe Wurzeln u. bestimmen vorherrschendLas Ganze seiner Gemüthslage. Auch außerhalbdes Kreises seiner Leidenschaft ist er vorsichtig n. be-dachtsam, oft mißtrauisch. Seine Stimmung ist vor-herrschend ernst, selbst znm Trübsinn geneigt, o)Dem sanguinischen T. ist vor Allem ein hoherGrad leichter Erregbarkeit eigenthümlich, jedoch ohneTiefe u. Nachhaltigkeit. Der Sanguiniker gibt sichmit Vorliebe den wechselnden Eindrücken der Gegen-wart hin; zu anhaltender u. consequenter Thätig-keit hat er keine Neigung. Er ist gelehrig u. vergeß-lich, leicht gerührt u. ohne nachhaltige Theilnahme,gntmüthig u. unzuverlässig; ein heiterer, bequemerGesellschafter; zur Hülfe stets bereit, freigebig mitVersprechungen, ohne die ernste Sorge für dasWorthalten. Er beschließt leicht, ohne Beharrlichkeitin der Ausführung; macht harmlos dumme Streiche,gesteht sie bereitwillig ein, empfindet herzliche Reueir. wiederholt sie bei der nächsten Gelegenheit. Ernimmt alles von der heitern, leichten Seite, ist aberebenso wenig einem tiefen Glück, als tiefem Gramu. schweren Sorgen zugänglich. Ein hoher Gradvon Leichtsinn, Oberflächlichkeit, Zerstreutheit u.Zerfahrenheit drohen diesem T. ä)Das phlegma-tische T. ist im Allgemeinen charakterisirt durch dieSchwierigkeit, mit welcher es die einmal vorhandeneGemüthslage wechselt. Der Phlegmatiker neigt zurRuhe, läßt die Dinge an sich kommen, ist ein Freunddes Hergebrachten, liebt behaglichen Genuß, istpünktlich inseinen gewöhnlichen Geschäften, beson-nen, umsichtig, zuverlässig, friedfertig, gleichmülhig.Ein sehr hoher Grad des Phlegma kann aber leichtzur Faulheit u. Indolenz führen. Das cholerischeT. bezeichnet auch als starkmüthig, das phleg-matische als gleichmüthig, sdas sanguinische alssrohmüthig, das melancholische als schwermü-thig. Da jedes T. seine Vorzüge u. Nachtheile hat,so besteht für den Menschen die wahre Kunst desLebens darin, seine Afsecte u. Triebe so zu beherr-schen, daß er nicht ein T. besitzt, sondern alle insich vereinigt. Vgl. außer der llntstroxoloAis vonKant das Lehrbuch der Psychologie von L. George;Flourens, äs 1'iustüuot ob äs I'iutsIUbsuos; Lotze,Wagner's Handwörterbuch der Physiol. II.; Anten-rieth , Über Natur- und Seelenleben sowie Grund-züge der physiolologischen Psychologie von Wandt,1874. v. Mering.
Teinporanüs (lat.), kühlende Mittel.
Temperanz (v. Lat.), Mäßigung, Milderung,Mäßigkeit.
Temperatur, s. Wärme.
Temperatnrsinn, die Fähigkeit der Haut,Temperatnrveränderungen an derselben zu empfin-den. Nimmt die Hanttemperatur zu, so entstehtEmpfindung von Wärme, sinkt sie, so entsteht Kälte-gefühl. Unter dem Einflüsse der Kälte contrahirensich, wie alle Arterien, so auch die arteriellen Gesäßeder Haut; durch Wärme erweitern sie sich. DieEmpfindlichkeit für Temperaturschwankungen ist anden verschiedenen Körperstellen ähnlich verschiedenwiedas Tastvermögen: Die größte Empfindlichkeit be-sitzen die Zungenspitze, die Augenlider u. die Wange,die geringste die Hauptpartien des Rumpfes. VonLpiäsrmis entblößte Haut reagirt auf Temperatur-schwenkungeulebhasterals die unversehrte. ».Mering.
Temperenzverein, so v. w. Mäßigkeitsverein,
peciell in der extremen Richtung, wie sie bes. inNAmerika zu Tage tritt.
Temperiren, mäßigen, mildern.
Temper», in der Hüttenkunde so v. w. mäßigerwärmen.
Tempesta (ital.), Seesturm; Gemälde, welches ei-nen Seesturm darstellt.
Ismpestüso (Tsmpstoso, ital., Mus.), so v. w.stürmisch, ungestüm, heftig.
Tempi (ital.), die Mehrzahl von Tempo; T. pas-sati, vergangene Zeiten; das ist dahin!
Tempio (T. Pausania), Bezirkshauptort in derital. Prov. Sassari (Sardinien); Gymnasium, tech-nische Schule, Seminar; 5003 Ew.(Gem. 10,096).
Tempircn, das Reguliren der Brennzeit derZeitzünder der Hohlgeschosse, wodurch letztere ineinem der Entfernung sowie der Lage und der Be«chaffenheit des Zieles entsprechenden Punkte derFlugbahn znm Crepiren gebracht werden können, s.u. Zünder.
Temple (franz.), das weitläufige Gebäude in Pa-ris, das 1222 als Ordenshaus der Tempelherrenerbaut und 1314, bei der Aufhebung des Ordens,eingezogen und dem Johanniterorden übergeben,1789 in ein Staatsgesäugniß verwandelt wurde u.1792 zum Gesängniß für Ludwig XVI. und dessenFamilie diente; der König ging daraus zum Schassot;1805 wurde das Gebäude theilweise abgebrochen u.1816 stiftete die Prinzessin von Bourbon-Conde indem Reste desselben ein Benedictinernonnenkloster.Napoleon III. ließ den T. ganz abbrechen u. einengroßartigen Square dort anlegen. T. in London diebedeutendste Rechtsschule.
Temple, William, engl. Schriftsteller undStaatsmann, geb. 1628 in London, studirte in Cam-bridge u. bereiste dann 6 Jahre denContinent; 1660wurde er Mitglied der Irländischen Convention,1661 Mitglied des Parlaments und 1665, als derKrieg mit Holland ausgebrocheu war, zum Bischofvon Münster geschickt, um diesen mit in den Bundgegen die Holländer zu ziehen, was ihm auch gelangu. wofür er vom König zum Baronet ernannt wurde.Darauf ging er als Resident nach Brüssel u. brachteim Haag die Tripelallianz zwischen Holland, Eng-land u. Schweden im Jan. 1668 zu Stande. Bonda ging er nach Aachen u. vermittelte den Friedenzwischen Frankreich u. Spanien u. kehrte dann wie-der nach Holland zurück, wo er znm Gesandten vonEngland ernannt worden war. Da indessenKarlll.,von Frankreich gewonnen, von der Tripelallianz ab-sprang, rief er 1669 T. zurück, n. dieser ging aufsein Gut Sheen bei Richmond, bis er 1674 wiedernach Holland geschickt wurde, wo er 1676 den Frie-den von Nymwegen vermittelte. 1679 kehrte er nachEngland zurück u. trat in den Staatsrath und insParlament, zog sich aber, mit allen Parteien zer-fallen, 1681 nachSheenzurllck, woer27.Jan. 1699starb. Er schr.: Observatüsus on tüs Ilnitsä s?ro-viuess ok üro kststkisrlauäs u. Losnxs; Werke, Lond.1750, 2 Thle., n. A. 1814; seine Memoiren vonSwift herausgeg., ebd. 1709, 2 Thle.; seine Briefeebd. 1710, 2 Bde. Seine Biographie von H. Luden,Götting. 1808, u. Courtenay, Llsmoirs ok tlls like,rvorko anä oorrsspouäsues ob 8ir IV. T., Lond.1836, 2 Bde.; außerdem vgl. Emmerton, Sir W.T. u. die Tripelallianz v. 1688, Berl. 1877. Lagm.-
PierersUniversal-Conversations-Seiilrn. L. Ausl. XVH. Land.
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