Tempelherrn.
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mit den Rittern Sitz n. Stimme, die Handwerks-brüder(l'g.iiruli) betrieben die Gewerbe u.Lie Okono-mie des Ordens. Außer diesen pflegten viele ange-sehene Leute beiderlei Geschlechts als Affilürte (Do-naten, Oblaten) in ein BerhAtniß zum Orden zutreten, das bei der Macht u. dem Einfluß desselbensehr ehrenvoll im bürgerlichen Leben war. An derSpitze des Ordens stand der Großmeister aufLebens-zeit, der fürstlichen Rang einnahm, u. in seiner Ab-wesenheit vom Seneschall vertreten wurde. Ihm folg-ten die Großprioren, unter deren Aufsicht die Pro-vincialobern standen; der Marschall war Kriegs-oberster, u. hatte die Waffen u. Pferde unter seinerOberaufsicht, wie der Drapier die Ordenskleider;der Turkopolier führte die leichte Reiterei oder dieKnappen an. Nur das Amt der Generalvisitatoreuwar nicht lebenslänglich. Andere Beamte sind dieBaillifs, Priore od. Comthnre. Die Hauscomthurestanden der innern Verwaltung u. die Kriegscom-thure den einzelnen Heeresabtheilungen im Kriegevor; der Großcomthur von Jerusalem hatte die Be-wachung des HeiligenKreuzes. Das Generalcapitel,aus den Ordensobern u. einigen berufenen Ritternzusammengesetzt, hatte die höchste Gewalt in Händen:nur mit dessen Zustimmung durfte der Großmeisterüber Krieg u. Frieden beschließen, höhere Ordens-beamte ernennen, Grundstücke veräußern, Anleihenmachen rc. In gewöhnlichen Zeiten wurde das Ge-neralcapitel jedoch durch den Convent zu Jerusalemvertreten. In den Provinzen des Ordens hatten diePriore ähnliche Capitel zur Seite. Alle Ordens-glieder trugen zur Erinnerung an das Keuschheits-gelllbde die geweihte Schnur von leinenen Fäden.
150 Jahre nach seinem Entstehen stand der Ordenin höchster Blüthe. Papst Alexander III. hatte denTemplern znm Dank iür ihre guten Dienste imStreit mit Friedrich Barbarossa i. I. 1102 dieExemption bewilligt, später erhielten sie Steuerfrei-heit u. das Zehntrecht. Nahezu 3000 Comthnreien,Balleien, Tempelhöse rc. mit zehentsreien liegendenGründen, namentlich in Frankreich, gehörten demOrden, der an 20,000 Ritter zählte, aber seinenMittelpunkt schon lange im Abendland hatte, bevordie Christen ihre letzten Besitzungen in PalästinadenMamelukken nach derErstürmungAccons(1291)räumten. Zu dieser Zeit starb der Großmeister Wil-helm de Beaujeu, u. sein Nachfolger, Mönch Gan-Lini, verlegte im Mai 1201 den Orden, der sich inPalästina nicht mehr halten konnte, nach Limisso aufder Insel Cypern, von wo aber der Kampf gegen
schien, brachte dem Orden den Untergang. Dieschwelgerische Pracht, die dunklen Gerüchte, welcheüber gotteslästerliche Gebräuche und geheime Ver-brechen der Ritter, über deren Unglauben — siesollten bei der Aufnahme das Götzenbild Baffomeranbeten müssen — verbreitet waren, gaben PhilippIV. den Vorwand, den Orden bei Papst Clemens V.auzuklagen, der daher 1306 den damaligen Groß-meister Jakob von Molay, einen burgundischenEdelmann, nach Frankreich berief. Der Papst mußtedann, völlig in der Gewalt dieses französischen Kö-nigs, nach einer Zusammenkunft in Poitiers August1307 seine Zustimmung zu dem berüchtigten Proceßgegen die Templer geben. Derselbe wurde mit allenAbscheulichkeiten der Inquisition geführt, und durchein sechsjähriges ungerechtes Justizverfahren unterLeitung des französischen Kanzlers Wilhelm vonRogaret sowie durch furchtbare Folterqualen wurdendie Ritter dazu gebracht, Geständnisse im Sinne derUntersuchungscommission abzulegen, welche ihreSchuld zu beweisen u. die Auflösung des Ordens zurechtfertigen schienen. Und Clemens V. hob dannauch 2. Mai 1312 durch die Bulle Xä proviciainCüristü vioarii den Tempelorden auf, trotzdem 54der Ritter ihre durch die Folter erpreßten Aussagenwiderrufen und die Anklagen unter den feierlichstenBetheuerungeu znrückgewiesen hatten. Sie starbenj dafür als Rückfällige eines langsamen Todes amFeuer, der Großmeister Jacob von Molay, der be-reits seit 1307 im Kerker saß, wurde mit dem Groß-prior Guido von Auvergne im März 1313 auf demScheiterhaufen verbrannt. Uebrigens ist der T--Orden nicht durch den richterlichen Ausspruch einesConcils, sondern einzig durch den Papst aufgehoben,u. auch dieser wagte ihn nicht zu verdammen. Diefranzösischen Güter n. Schätze der T. zog der hab-süchtige Philipp ein, das in andern Ländern Ge-legene fiel theils an die Johanniter, denen Clemensdieselben zngesagt hatte, theils an die Landesfllrsteu,so daß Lies Vermögen, dessen Ertrag der Wieder-eroberungJerusalemsbestimmt war, meist zuNutzender einzelnen Länder verwendet wurde, wie z. B.noch in Castilien und England, während man inDeutschland die Güter zwischen den Johannitern u.dem Deutschen Orden theilte, in Aragonicn n. Por-tugal einheimische Orden damit ansstattete. KönigDionysius von Portugal constituirte sogar 1317 dieT. als neuen geistlichen Ritterorden Christi, wasPapst Johann XXII. unter Vorbehalt 1319 be-stätigte. Heinrichder Seefahrer, der ein Jahrhundert
die Ungläubigen nur noch lau geführt wurde. Der später von denReichthümeru derTempler den ruhm-
Rus des Ordens begann zu sinken: Klagen über dieAnmaßung, Treulosigkeit, Ausschweifungen derTempler wurden im ganzen Abendlande laut, durchvielfache Verbindungen mit den Sarazenen seien siein Glauben u. Sitte entartet. In der That hattensie gegen Friedrich II., als dieser im Banne den(fünften) Kreuzzug unternahm, mit den Ungläubigenim Bunde gestanden; mit den Johannitern lebtensie in beständigem, oft blutigem Hader, von denBischöfen wurden sie wegen ihrer großen Freiheitengehaßt. Die Habgier u. Herrschsucht Philipps deSSchönen von Frankreich, den einerseits der Reich-thum der Templer reizte, und dem anderseits dieMacht dieser geistlich-ritterlichen Republik in ihrer
würdigsten Gebrauch machte, war Großmeister diesesChristusordcns.
Vielleicht haben einzelne Spuren des mächtigenT.-Ordens soctbestanden; bes. in Frankreich suchtendie Jesuiten die Freimaurerei mit ihm in Verbind-ung zu bringen, um ans diese Weise die Zwecke derkatholischen Kirche zu fördern. Ein eigener Templer-orden ging 1754 von dem Clermoutcollegium auszur Bewahrung ritterlichen Geistes und zur Pflegereligiöser Aufklärung, die in der Zeitphilosophie ihreWurzel hatte. Napoleon begünstigte diesen Bund,der nach der Revolution, in der er eingcgangen war,wieder austrat, als ein Adelsinstitut, das auch inpolitischer Beziehung zu wirken suchte. Als unter
Unabhängigkeit für die königliche Gewalt gefährlich,der Restauration die aufgeklärten Tendenzen Len