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Tempel.
phästos u. der Aphrodite, auch die des Asklepios, u.zwar an hohen, freiliegenden Orten, welche bes. einegesunde Lage hatten; die der Demeter an stillen n.einsamen Orten, weil sie oft zur Feier der Mysteriendienten. Der Gestalt nach waren die T. rechteckigod. rund. Die rechteckigen T. waren meist noch ein-mal so lang, als breit; die Zelle od. das eigentlicheHeiligthum (griech. Naos, Demos, Sekos, lat. Ostia)war vielfach mit Säulengängen (Uortiens) umgeben(s. Säulenhalle). Der vordere Theil hieß Pronaos(Lutionm), der Hintere Opisthodomos (kosbioum).Letztere Bezeichnung gilt auch für das besondere,hinter der Zelle angelegte Behältniß für Heiligthü-mcr od. im T. deponirte Sachen. Über dem Gebälkeder Säulen an der Vorder- u. Hinterseite erhob sichein Giebel (Adtos, Aetoma, lÄstipsinill), welcher mitBildwerken geschmückt war. Die Zahl der Säulenan den Fronten war stets eine gleiche, 4,6,8, 10(daher Tetra-, Hexa-, Okto-, Dekastylos); an denSeiten vielfach ungleich. Das älteste Schema dergriech. T. war wahrscheinlich eine von drei Mauernumgebene, an der vierten vorderen Seite entwederganz offene od. durch Anten (s. L.) eingefaßte Anten-T., aus welchem später der Prostylos- u. Pteripte-ros-T. hervorging, meistens doppelt so lang alsbreit. Der etrur. T. dagegen nähert sich im Grund-riß dem Quadrat (Seitenverhältniß 5:6), war nichtganz von Säulen umgeben, sondern nur die vordereHälfte (die offene Vorhalle), während die HintereHälfte gewöhnlich aus drei neben einander liegendenanBreite verschiedenen Zellen bestand,durch Mauernumschlossen. Doch hatten die toscanischen T. nichtimmer drei Zellen, sondern oft nur eine in der Mitteund die beiden Seitenräume waren Säulengänge,welche hinten aber nicht offen, sondern durch die vor-trctende Mauer der Zelle verschlossen waren. Außer-dem unterscheidet man die gewöhnlichen T. von denHypäthral-T-n, bei denen Las Dach über der Cella,um Licht ».Lust einzulassen,ganz od.theilweise fehlte.Die runden T. scheinen eine spätere Erfindung zusein. Auch sie schreiben sich wahrscheinlich von grie-chischen Künstlern her. Solcher runder T. gab eszwei Arten: Monopteros, ohne Zelle, aus einer indie Runde gestellten Säulenreihe bestehend, u. Pe-ripteros mit einer mit einem Säulengange umgebe-nen Zelle; bedeckt waren sie mit einer Kuppel odermit einem Zeltdach, bekrönt durch eine Figur, einekelchartige Blume od. ähnlichem Schmuck. Eine ei-gene Art runder T. war das Pantheon in Rom,dessen Zelle mit keinem Säulengange umgeben war.
In Bezug ausdie innere Einrichtung der ecki-gen T. sind zuerst die Zellen, in denen das Götter-bild n. der Altar aufgestellt waren, zu bemerken; siewaren gewöhnlich mehr lang als breit; sehr schmalbei großer Längenausdehnung sind die T. Siciliens(oft dreimal so lang als breit). Der Fußboden derCella lag oft einige Stufen höher, als der Peripte-ros. Ihr Licht empfingen sie, wenn sie keine Hypä-thral-T. waren, allein durch die vordere Thüröffnungander Schmalseite,welche durch einenVorhang resp.mit durchbrochenen Bronzethürflügeln verschließbarzu denken. Die Zellen des Hypaithros waren obenoffen, allerdings meistens nicht in ihrer ganzen Breite,sondern, wie zu Pästum, Olympia u. beim Parthe-non in Athen, nur theilweise, da die Cella gewöhn-lich wiederum mit Sänlenstellungen, u. zwar zweien
übereinander, versehen war, von denen die oberenniedrigeren noch durch das T-dach verdeckt wurden.Die Treppen, welche in denT-häusern auf das Dach,in dem Hypaithros auf den oberen Gang der Por-ticus führten, waren in den Mauern angelegt. DieAußenseite der Zellen war meist einfach, wol nur dieQuaderung der Mauer zeigend, selten nur war dieobere Partie mit Bildnereien versehen; die Antenerhielten ein Capitäl u. ein Fußgesims, welche Glie-derungen gewöhnlich auch die übrigens glatten Wändeumzogen. Im Innern der Zelle stand die Bildsäuledes Gottes, welchem der D. geweiht war, auf einemPostament an der Hinteren Mauer dem Eingängegegenüber. Außer ihr oft in der Zelle od. in demPronaos noch andere Statuen. Vor dem Gottes-bilde stand der Altar, nach Morgen gerichtet. Dieinneren Wände der Zellen waren vermuthlich mitMalereien geziert, welche Thaten der Götter oderHeroen darstellten, denen die T. errichtet waren.Die Decken der T. waren an den älteren Werkender vorclassischen Periode, so bes. in Sicilieu, dannanch an den etrurischen n.fruhrömischcn Werten ausHolz, später durchweg ans Stein u. bestanden aussich kreuzenden starken Balken, quadratische Oeff-nnngen zwischen sich lassend, welche durch mit golde-nen Sternen bemalte dünne Steintafeln (Kalym-matien) oben geschlossen wurden (Casettendecke). Eineandere(Lltere) Art Deckenbildung bestand aus parallelzu einander gelegten, mit Falzen versehenen Stein-balken, welche oben mit dicken Steintafeln verschlos-sen wurden, in welche (gewöhnlich drei) quadratischeVertiefungen hineingearbeitet waren. Außer derCella kommen noch Pronaos (vordere Vorhalle) u.Posticum (Hintere Säulenhalle) in Betracht; biswei-len schließt sich der Cella noch ein besonderer Raum(derOpistodomos) an. Der Verschluß der T. bestandgewöhnlich aus einer Bronzevergitternng zwischenden Säulen des Pronaos, so daß durch die Thür-öffnung das Götterbild von außen zu erblicken war;in den ältesten (vorgeschichtlichen) Zeiten waren dieHeiligthümer wahrscheinlich gar nicht verschlossen od.vielleicht nur durch eine ansgespannte Schnur ab-geschlossen. Die Säulen resp. die Cellawände trugendas Gebälk, welches rings um den T. hernmlief n.vorn u. hinten durch flach ansteigende, der Neigungdes Daches entsprechende Giebelfelder (Izmrxunä)abgeschlossen wurde. Dieses Giebeldreieck wurde reichmit Fignrcnschmuck versehen u. erhielt auch ans sei-ner spitze sowie seinen unteren Schenkeln bildlichenSchmnck(Akroterien,s. d.); reichenplastischen Schmuckerhielten auch die Metopen (s. d.). Die Tempelwaren in der Regel durch einen böheren Unterbau(Krepidoma), welcher bei den Griechen aus einerAnzahl (gewöhnlich drei) rings herum laufenderStufen, bei den Römern als tcrrassenartiger Mauer-körper mit einseitig der Fronte vorgelegter Treppebestand, wirkungsvoll vom Fußboden abgehoben.
Über die großartigen T. in Ägypten mit ihrenPylonen, Obelisken u. Sphynxalleen s.u. Baukunst,über die aus Felsen gehauenen (Felsen-T.) und ge-bauten T. (Pagoden) in Indien s. ebd. Von ba-bylonischen T-bauten sind nur Ruinen des Baal-T-s in dem Birs Nimrnd, Meile vom Euphrat,erhalten worden, s. Babylonien und BabylonischerThurm. Die T. in Baktrien, Medien u. Per-sien waren vermuthlich, wie die babylonischen, aus