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Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
Entstehung
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Telegraph.

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möglichst schwachen Strömen gearbeitet werden muß,eine der Morseschrift an die Seite zu stellende blei-bende Schrift zn telegraphiren, entwarf WilliamThomson in Glasgow seinen 1867 patentirten, spaternoch verbesserten Heberschreibapparat (ÄxllonReeorcker), Werner Siemens ganz kürzlich seinenWeiß- od. Rußschreiber. Beide T-en schreibenZickzackschrift u. stehen in ihrer elektrischen Einricht-ung den Nadel-T-en nahe; bei beiden lenkt aber derStrom nicht einen Magnet ab,sondern die vom Stromdurchlaufene, in einem kräftigen magnetischen Feldeanfgehängte Spule selbst. Thomsons Anordnung er-innert an eine von Bain schon 1841 u. auch bei sei-nem 1841 patentirten Typendrucker verwendete An-ordnung. Siemens stellt ein ringförmiges magneti-sches Feld beim Rußschreiber, ganz ähnlich wie schonbei seinen 1872 patentirten submarinen Relaisfür Steinheilschrift, dadurch her, daß er den cylindri-schen Nordpol eines aufrecht stehenden Magnetesdurch ein cylindrisches Loch im Südpole hindnrch-steckt; in dein ringförmigen Spalte liegt die Spule,bewegt sich in ihm je nach der Stromrichtnng nachoben oder nach unten und erzeugt dabei Abbieg-ungen nach oben und unten in der geraden weißenLinie, welche sie bei stromfreier Linie mit einerfeinen Spitze auf dem berußten Papierstreifen kritzelt.Thomsons Spule 8, Figur 42, Taf. III., umschließtein weiches Eisenstück 8, ist an dem Seidcnfaden naufgehängt und wird durch 2 an den Fäden b,bhängende Gewichte in eine bestimmte Ruhelage zwi-schen den in eine Schneide auslaufenden, entgegen-gesetzten Elektromagnetpolen N, u. N^ eingestellt;der bei xu. v ein- u. austretende Strom lenkt 8 nachvorn oder rückwärts ab und diese Drehungen um aüberträgt 8 auf einen leichten Heber, ans dessen län-gerem Schenkel beständig ein feiner Strahl der elek-trisirten Tinte gegen den Papierstrcifcn hervorsprn-delt. JmAnschlußhieran seinoch des Spiegclgal-vanojkops von W. Thomson (1858)'gedacht,welches auf den atlantischen Kabeln als Empfängerverwendet wird, während das ihm ganz ähnlicheMarinegalvanoskop zum Gebrauch auf demSchiffe bestimmt ist; seine viele Tausend gut isolirtenWindungen werden in den Klemmen x u. Fig. 43,Taf. III. (vgl. S. 227 ff. u. Fig. 3), in die Leitung ein-geschaltet; in der Mitte der in dem Gehäuse 6 unter-gcbrachten Windungen hängt an einem Coconfadeneine kleine Magnetnadel, die sammt dem an ihr be-festigten Spicgelchen nur etwa 0,i ÜA wiegt; dermittels einer Mikrometerschraube v verstellbare Mag-net H8 bringt die Nadel in eine solche Lage, daß dervon der Lampe § durch den Spalt 1? auf den Spiegelfallende Lichtstrahl (Lichtzeiger) in der Richtung II8auf den Nullpunkt der Skala NN znrückgeworfenwird, durch einen positiven od. negativen Strom da-gegen nach rechts od. links fortrückt; dieser T. steht ineinem dunkeln Zimmer u. der Schirm R hält alles wei-tere Licht der Lampe von ihm ab. Damit aber die Ra-vel beim Telegraphiren trotz der Ladnngserschein-nngen iin Kabel möglichst rasch in die Ruhelage zu-rückkehrte, telegraphirten Thomson u. C. F. Varleynicht mit einfachen Strömen, sondern sie schicktenmittels eines besonderen Senders für jedes Elemen-tarzeichen nach einander 5 Ströme von wechselnderRichtung u. verschiedener Dauer durch das Kabel.Auch auf kürzeren Kabeln, ans denen man mit Morse-PkrerL Universal-Conversatuns-Lexikon. 6. Ausl, XV

T-en arbeitet u. auf sehr langen, oberirdischen Linienhat man auf die Entladung Rücksicht zu nehmen.Bei jeder Stromgebung wird (vgl. L) ein Theil derElektricität zu der allmählich in der Leitung fortschrei-tenden Ladung verbraucht, n. dies bedingt eine Ver-zögerung des Stromes im Kabel. Die Entladungwürde bei Einschaltung nach Fig. 39, Taf. V. an bei-den Enden der Leitung erfolgen u. in der gebendenStation als Rückstrom in einer dem Strome von8 entgegengesetzten Richtung durch den Empfänger(8obr ll) bczw. des Relais gehen; dies verhütet mandurch Benutzung eines Entladnngstasters, des-sen Hebel vor seiner Rückkehr auf den RnhecontactdieLeitungbehufs ihrerEntladungvorübergehendmitder Erde m Verbindung bringt. Die Submarin-taster, wie sie von Siemens,Maron, Varley n.A. an-gegeben worden sind, senden außerdem meist in ihrerRuhelage einen den Telegraphirströmen entgegen-gesetzten Gegenstrom in die Linie, welcher die Ent-ladung beschleunigt u. bei polarisirten Empfängern(vgl. i> s 1 ) auch zur Zeichengebung verwerthbarist; hört man mit einem solchen Taster zn telegra-phiren auf, so schaltet er die Gegenbatteric ans undlegt den Empfänger, bez. das Relais wieder an dieLinie, u. zwar wieder unter vorübergehender Ent-ladung derselben.

k. Die antographischen od. Copir-T-en las-sen auf der Empfangsstation eine getreue Nachbildungeines Schriftznges, Planes od. einer Zeichnung ent-stehen. Der erste wurde von dem engl. MechanikerBakewell Ende 1847 hergestellt und copirte elektro-chemisch; die Originalschrift wird mit nicht leitenderTinte aus leitender Unterlage (Staniol) aufgetragen;das Papierblatt, worauf die Copie erscheinen soll, istmit Jodkaliumlösung getränkt, und wird wie dasOriginal auf eine sich gleichmäßig umdrehende,in den Stromkreis eingeschaltete Walze befestigt.Auf beiden Walzen liegen metallene Schreibstifte u.schrauben sich bei der Umdrehung der Walzen ent-lang der Walzenachsc fort, beschreiben somit auf derWalzenoberfläche Schraubenlinien; der Strom istalso geschlossen, so lange der Stift der gebenden Sta-tion aus dem leitenden Grunde steht, u. es erscheinendaher die Schristzüge im engschraffirten Grunde derCopie weiß ansgespart. Besser lesbar wäre farbigeSchrift auf weißem Grund; aber selbst daun hat mannoch die Unbequemlichkeit, daß die Buchstaben in derCopie nicht als fortlaufender Zug, sondern durchparallel über einander gereihte kleine Striche wieder-gegeben werden, u. daß Correcturen im Telegrammsehr umständlich sind. 1848 patentirte I. Brett ei-nen Copir-T-en u. 1850 trat Bain mit dem seiuigenauf. Elektro-magnetische Copir-T-en bauten 1851Matth. Hipp in Reutlingen und Du Moncel; auchBroomans Patent betrifft einen solchen. GiovanniCaselli in Florenz gab feinem 1855 erfundenen che-mischen T-en den Namen Pan-T.; derselbe wurdeerst nach mehrjährigen Bemühungen diensttüchtign. arbeitete zwar eine Zeit lang zwischen Paris u.Lyon, vermochte sich aber eben so wenig in Betriebzn erhalten, wie einer der zahlreichen nach ihm anf-getauchten, von Meyer, d'Arlincourt, Sawyer u. A.

x. Einen das gesprochene Wort wiedergeben-den Empfänger besitzen wir im Telephon, s. d. 4.

L. Das Telegraphiren. Beim Betrieb derelektrischen T-en hat man sich theils durch die Größe1. Band. ig