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Telegraph.
ten Fig. 41, Taf. III.; steckt man die 3 Stöpsel nachAnleitung der Nebenfiguren 1, 2 od. 3, so wird bez.IV mit 1/', IV mit l/", oder L" mit IV" zu einerdurchgehenden Linie verbunden, in welcher das Cir-kular-Rclais (links) liegt; die dritte Linie ist in allen3 Fällen durch den Taster u. das Relais (rechts) anErde gelegt. Tie von Morse erfundene Schreibplatte,eine nicht leitende Tafel, in welche kürzere od. län-gere, den Punkten und Strichen in den Zeichen dereinzelnen Buchstaben entsprechende Metallstücke ein-gelegt sind u. alle mit dem einen Pol der Batterie inleitendcrBerbinduug stehen, sollte das Telegraphier»
erleichtern, insofern man nur einen müder Leitung ver-bundenen Metallgriffel über die Metalleinlagen hin-zufllhren braucht, um die Batterie ebenso zu schließen,wie mit dem Schlüssel; sie hat sich aber nicht im Ge-brauche erhalten. Die Buchstaben der Morseschriftenthalten (mit Ausnahme des e, n n. a) l—4 Zei-chen, die Ziffern 5, die Interpunktionszeichen 6; au-ßerdem kommen noch einige dienstliche Zeichen vor,z. B. .. — . (verstanden), . — ... (verhindert),
_(Anruf) und andere. Die Zeichen sind
folgende:
! rrs
1
3
6
7
8
0 -
Bruchstrich
?__
i_
Bindestrich — ... —
Apostroph--
! (')^.-1-'.-
i Absatz (Linien)-— .
I Unterstrcichungszeichcn--
Staatstelegramme,welche selbstdeuT-enbeamten un-verständlich sein sollen, werden in einer Chiffcrschristtelegraphirt. Der Vorgang beim Telcgraphiren istfolgender: die Station, welche ein Telegramm hat,ruft diejenige, an welche das Telegramm gerichtet ist,indem sie Len Anruf ertönen läßt n. die Namen derrufenden u. gerufenen Station nennt, z. B. Berlinvon Wien; ist Berlin zum Empjangcu bereit, so mel-det es sich, indem es antwortet: Berlin hier, u. nungibt Wien das Telegramm, nach dessen BeendigungBerlin den Empfang bestätigt, alle in dem Tele,gramm vorgekommencn Zahlen u. ihm verdächtigscheinende Worte (Phrasen) zurückgibt, damit wo-nöthig eine Correctur erfolgen kann.
2) Der Doppelstiftapparat von Stöhrer(1840) enthielt 2 Elektromagnete u. nahe bei einander2 Schreibstifte, welche in 2 Zeilen Punkte u. Stricheans demselben Streifen schreiben konnten. Mittelsdes in Fig. 25 abgcbildeten Doppeltasters wurdennach Bedarf kurze und lange, positive und negativeStröme auf der Empfangsstation durch ein Relaismit2polarisirtenAnkern geführt; je nach der Strom-richtnng wurde dann der eine od. der andere Ankerangezogen n. schloß den Localstrom durch den einenod. den anderen Elektromagnet des Schreibapparates.Da beim Doppelstiftapparat die Zahl derElemcntar-zcichen von 2 aus 4 gesteigert ist, so können die Buch-staben durch eine geringere Anzahl derselben gegebenwerden; die Geschwindigkeit des Telcgraphirens wirdmithin beinahe verdoppelt.
bb)Dic chemischen Schreib-T-en nutzen ähn-lich wie die im Eingänge erwähnten T-en von Söm-merung (1809), Eoxe (1816) u. Davy (1838) diechemische Wirkung des Stromes aus. Wem: maneinen Papierstreifen mit einer farblosen Verbindungtränkt, aus welcher sich bei der Zersetzung durch denStrom farbige Bcstandtheile ansscheidcn, so wirdder Streifen an allen den Stellen gefärbt werden,an welchen man den Strom hindnrchgchen läßt.
Solche Verbindungen sind: 1 Theil Jodkalinm, 20Theile dicker Stärkekleister, 40 Theilc Wasser; od. 7Thcile Cyankalium, 45 Theilc Wasser, 1 Theil Salz-säure, 16 Theile gesättigte Kochsalzlösung (wobei je-doch der Schreibstift des T-en aus Eisen sein muß);od. 5 Theile gelbes Blntlaugensalz, 150 Theile sal-petcrsaures Ammoniak, 100 Theile Wasser. Bain,ans Grund seiner Patente von 1846 n. 1849, undGintl haben sich bes. um die Vervollkommnung die-ser empfindlichen T-en bemüht. Bains T. war län-gere Zeit zwischen London nnd Liverpool, sowie inAmerika thätig. Der T. von Gintl, welcher längereZeit in Wien in beschränkterem Maße gebrauchtwurde, hat eine höchst einfache Einrichtung: durchein Triebwerk wird der angefeuchtete Streifen übereinen halbrunden Metallsteg u. unter einem spitzenMctallstift hinweg geführt, welche beide in den Strom-kreislans eingeschaltet sind; durch einen Morsetaster(s. Fig. 38) gibt man die farbigen telegraphischenZeichen, z. B. Punkte und Striche, welche auf demStreifen entstehen, wenn der Strom zwischen Spitzeund Steg Lurch ihn hindnrchgeht. Die an sich ein-fachen chemischen T-cn haben mehrere Mängel, welcheihrer Ausbreitung im Wege standen; wird nämlichder Streifen trocken, so kann man gar nicht telegra-phiren, da trockenes Papier den Strom nicht leitet;außerdem hat man keine hörbaren Zeichen, die sicht-baren werden leicht klexig n. verschwimmend u. dieherabtröpselndeFlüssigkeitverunreinigtdieApparate.Sehr vollkommen in seiner Art war der 1852 erfun-dene chemische Doppelstiftapparat von Stöh-rer (vergl. unter I) s 2), bei welchem man ans bloßeinem Drahte abwechselnd mit positiven u. negativenStrömen telegraphirte, der Strom stets durch beideStifte u. das zwischenlicgende Papier hindurchgingu. so das farbige Zeichen bald an dem einen, baldan dem anderen Stifte an der oberen Seite desStreifens erscheinen ließ,ec) Um auf unterseeischen Linien, ans denen mit