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Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
Entstehung
Seite
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Telegraph.

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selndangezogen u. durch eineFeder b wieder zurückge-'zogen wird. Der Anker o sitzt an dem einen Ende eines!um die Achse n' drehbaren, zweiarmigen Hebels; der!am anderen Ende dieses Hebels (Schreibhebel) be-findliche stählerne Schreibstift s wird beim jedesma-ligen Anziehen gegen einen Papierstreijen gedrückt,welcher von einer Rolle ablänft n. durch ein von ei-nem Gewicht 6 getriebenes Räderwerk von den Zug-walzen iv n. iv' mit gleichmäßiger Geschwindigkeitan dem Stift s vorübergcführt wird; der Schreib-stift drückt daher in den Streifen einen auf der an-deren Seite erhaben vortretenden Punkt oder einenStrich ein, je nachdem der im Elektromagnet wir-kende Strom nur einen Augenblick oder eine etwaslängere Zeit andauerr. Die Walze iv' hat an derStelle, wo der Stift o an sie anschlägt, eine Rinne, inwelche der ansschlagende Stift das Papier eindriickt,wodurch die Zeichen sehr deutlich werden. Die Be-wegung des Ankers u. des Schreibstiftes wird nachder Stärke des Stroms durch 2 Stellschrauben u n.k, regulirt. Die Stiftschreibcr sind einfach u. dauer-haft ; die Zeichen sind zugleich deutlich hörbar undkönnen leicht bloß nach dem Gehör gelesen werden, jadie in Amerika vorwiegend gebräuchlichen Klopfer,die im Bau von den Stiftschreibern nicht sehr ab-weichen, geben bloß hörbare Zeichen. Dabei ist dieerhabene Schrift rein u. sauber; da sie sich aber nurdurch den Schatten absetzt, bei Licht die Angen an-strengt, so hat man Färb-, Blau- od. Schwa rz-schreiber gebaut, welche farbige Schrift auf demStreifen hervorbriugen. Beiden! 1858 patentirten,in Fig. 36, Taf. kV., abgebildeten Schwarzschreibervon Beaudoin u. Digney in Paris wird eine kleine,sich beständig drehende Walze n von einer Walze t mitFarbe versehen n. eine amSchreibhcbcl 8 befindlicheSchneide p drückt den Papicrstreisen an die Walzen an, so oft ein Zeichen geschrieben werden soll. Sie-mens u. Halske in Berlin liefern die Farbschreibertheils auch mit Schneide am Schreibhebel, theils n.zwar häufiger mit einem Farbscheibchcn od. Schreib-rädchcn ll, Fig. 37, Taf. V., welches in ein Farbgefäß8 einaucht, beständig mit umläuft u., wenn es durchdie Stromwirkung nach oben bewegt wird, den vonder Rolle 8 ablanfenden u. von den Walzen 6 u.<)' fortgezogenen u. auf dem Wege b, 1, 2, 3, 4, 5,6 an vorübergeführten Streifen beschreibt. Derin Fig. 37 abgebildete Farbschreiber ist zugleich einp o larisirter; die Kerne seines ElektromagnetcsL stehen nämlich aus dem Nordpole eines ll-förmigenStahlmagnetes, dessen Südpol 8 die Achse desSchreibhebels 66' trägt n. das Ende 6 daher süd-magnetisch macht; bei richtiger Einstellung mittelsder Schraube 8 wirken die nordmagnetischen Pol-schuhe der Kerne beide gleich stark aus 6 u. des-halb kann 6 an jeder der beiden Stellschrauben I) n.O' liegen bleiben; beim Tclegraphiren mit Wechsel-strömen verstärken die Ströme der einen Richtung denunteren Pol kl u. schwächen den oberen, so Laß 6 anv geht u.ll schreibt; die Ströme von entgegengesetzterRichtung verstärken den oberen Pol lfl, schwachen denunteren u. führen somit 6 an I)' zurück. Bei demSchwarzschreiber von G. Wernicke in Berlin befin-det sich die flüssige Druckfarbe in einem kleinen, ineine feine stählerne Röhre endenden und mit Wolleausgefüllten Gefäße, welches aus einem Winkelhcbelso angebracht ist, daß es vom Anterhebcl ans be-

wegt wird n. sich mit seiner stählernen Röhre auf LenPapierstreifen neigt, so oft ein Zeichen gegeben wird.Auch in noch einigen anderen Formen begegnet mander Schreibvorrichtnng an den Farbschreibern. DerZeichengeber (Schlüssel, Taster), den Fig. 38 in sehreinfacher Ausführung zeigt, hat die Telegraphir-batterie (Linienbatterie) in die Leitung ein- u. aus-zuschalten (vgl. aber auch v s oo). Auf langen Li-nien telegraphirt man mit Arbeitsstrom (s. oben);dann ist die Drehachse 8 des metallenen Tasterhebelsbk»' durch die Schraube ck mit der Leitung verbundenn. der Hebel wird in seiner Ruhelage von einer Fe-der k mit der an seinem vorderen Ende befindlichenStellschraube 8 auf ein Platinstück o (Ruhecontact)inder gußeisernen Schiene iss niedergedrückt, währendderTelegraphistbeimTelegraphirendcnHebelLndemHolzgrifse 6 am Hinteren Ende ersaßt u. mit dem Vor-sprunge an seinem Hinteren Ende auf das Platinstllcka (Ambos, Arbeitseoutact) in der Schiene V auf-treffen läßt, so oft u. so lange er den Strom entsen-den will. Die Apparatverbindung (Einschaltung)zweier Endstationen einer Linie I, für Arbeitsstromzeigt Fig. 39, Taf. V.; der Ruhecontact o (Fig. 38)des Tasters 1 ist mit dem einen Ende der Elektro-magnetwindniigen des Empfängers 8olir in Ber-bincmng gesetzt, während das andere Ende der Wind-ungen mit der Erdplatte bi verbunden ist; der einePol der Batterie 8 steht ebenfalls mit der Erde, derandere mit dem Ambos a in leitender Verbindung.Werden in die Leitung 8 noch andere (Mittel- oderZwischen-) Stationen ausgenommen, so wird in diesender erste Batteriepol n. das zweite Ende des Mnltipli-catordrahtes nicht mit der Erde bi, sondern mit demnach der nächsten Station weitersührenden Leitnngs-drahte verbunden. DerVorgang beimTelegraphircnist sehr leicht zu übersehen: so lange kein Taster aufden Ambos niedergedrückt ist, fließt kein Strom inder Leitung; wird der eine Taster (in Fig. 39 derrechts) niedergedrückt, so geht der Strom von der zu-gehörigen Batterie durch den Taster in die Leitung6, auf der Empfangsstation durch den in der Ruhe-lage befindlichen Taster 1, um den Elektromagnet,zur Erde u. in dieser zurück zum anderen Batterie-pol. Der Anker des Schreibapparates (8obr l) wirddemgemäß angezogen n. der Schreibstift gräbt dasZeichen in den Papierstrcifen ein, sofern man dasTriebwerk, welches ihn fortbewcgt, in Gang gesetzthat. Fig. 4V, Taf. III. zeigt zwei Endstationen aufRuhestrom geschaltet; der Strom derBatteric Ldnrch-länft bei ruhenden Tastern u. 8. beide Empfän-ger ü»l> und Ll.z; wird ein Taster niedergedrückt, solassen LI; u. L8 zugleich den Anker abfallen u. schrei-ben; zweckmäßiger vertheilt man 8 auf beide Sta-tionen. Beim amerikanischen Ruheströmewerden die Taster in der Ruhelage auf den Ambosen> festgehalten, an welche auch der von der Batterie 8' kommende Draht gelegt wird; daher schreiben dann'die Empfänger u. beim Niederdrücken eines! Tasters Lurch den dabei gegebenen Strom. Die! Stiftschreiber werden nicht unmittelbar in die Linie8 (Fig. 39) eingeschaltet, sondern arbeiten mit einemRelais (vgl. 6 s), Lessen Elektromagnetspulen dann! an Stelle der Spulen ill des Stiftschreibers in 8 ein-^ geschaltet werden. Die Benutzung des in Fig. 14 ab-! gebildeten Umschalters in einer Wechselstanon mit 3Linien, 8', 8" n. 8'", n. nur 2 Apparaten erlän-