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Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
Entstehung
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Telegraph. 231

149 Kabel von 63,344 Seemeilen Drahtlänge bei59,548 Seemeilen Länge von Gesellschaften n. 420Kabel von 4442 Seemeilen Länge mit 5727 See-meilen Draht von Regierungen betrieben. Die län-geren Unterseekabel enthalten nur einen Leiter, unddieser ist durchweg eine ans mehreren (gewöhnlich7) dünneren Drähten znsammengedrehte Litze, weileine solche größere Sicherheit gegen einen Bruch desLeiters bietet. Das von Simens Brothers in Lon-don für die Illrsob llnitock Ltntss Oablo Lompanz-1875 gelegte jüngste transatlantische Kabel besitzt eineLitze ans 1 2 Drähten n. zwar in der Mitte einen von11 dünneren umgebenen stärkeren Draht. Als Iso-lator verwendet man für unterirdische u. unterseeischeKabel Gutta-Percha. Die Gntta-Perchakabel dürfenaber weder während der Fabrikation, noch kein, nachder Legung der Luft n. Wärme ansgesetzt werden.Für Kabel, welche der Wärme, der Lust und demLichte nicht entzogen werden können, nimmt manKautschuk als Isolator. Als äußere Schutzhülle kom-men über die isolirte Seele zunächst Hansschnüre n.darüber eine Eisenhülle anS einzelnen Drähten oderans mehrdrähtigen Litzen. Die Uferenden bedürfeneine wesentlich stärkere Schutzhülle, weil sie in höhe-rem Grade Beschädigungen ausgesetzt sind. Bor n.bei dem Legen, das durch besondere Kabelschiffebewirkt wird, sind die Kabel sorgfältig ans ihr Lei-tnngsvermögen n. ihre Isolation zu prüfen. DieAbbildungen aus Tafel I. zeigen in Figur 8 und 9einen Querschnitt von den Küstenenden der trans-atlantischen Kabel von 1865 n. 1866, in Fig. 10u. I I von dem Tiefseekabel von 1858 n. 1866, wäh-rend im Kabel von 1865 das Tiefseekabel die Hans-Hülle n. Drahtlitzen entbehrt, welche in Fig. 8 nochdie 10, mit Hans umsponnen, einzelnen Schntz-drähte umgeben, ü) Tragbare od. ambulanteLeitungen. Im Sept. 1853 machte Gintel indem Lager von Olmütz Versuche mit ambulantenT-en; die Apparate waren auf Wagen, welche sichtheils in der Nähe des Kaisers, theils in der derCorpscommondanten befanden, an welche die kaiser-lichen Befehle telegraphirt werden sollten. Die Leit-ung wurde von einer Äbtheilnng Reiter nach Be-darf aus dünnen Stangen ansgespannt, verlegt od.abgebrochen. Ähnliches geschah seitdem fast in allenKriegen durch die Feldtelegraphenabtheilun-gcn; diese bilden diejenige Äbtheilnng der Mili-tärtelegraphie, welche im Kriege den Heeresab-theilnngen unmittelbar folgt n. zur Ausübung deseigentlichen telegraphischen Felddienstes möglichstrasch fliegende Linien theils aus blankem Draht aufleichten Pfählen mit Isolatoren ans Kautschuk oberEbonit, theils mittels leichter Kabel hcrgestellt undauf ihnen den telegraphischen Verkehr mittels trag-barer (vgl. Eisenbahntelegraphen 3) Zeiger» oderSchreib-T-en vermittelt, während die Etappen-te legraphie diese Feldtelegraphenlinien mit dembleibenden Telegraphennetze verbindet u., sofern sieaus längere Zeit nöthig sind durch dauerndere er-setzt. Die Oberleitung der gesammten den Kriegs-zwecken n. der Kriegsführnng dienstbar gemachtenT-en fällt während des Kriegs der Kriegstsle-graphie zu.

6)Die telegraphischenNebenapparate. n>Die Umschalter oder Wechsel dienen dazu, demelektrischen Strome ohne Lösung der Verbindnngs-

drähte den nach dem jedesmaligen Zwecke allein zu-lässigen Weg durch die vorhandenen T-enapparateanzuweisen, od. ihn wol auch ganz von den Appa-raten ausznschließen. Zuerst wendete man (schonCooke 1836 u. Steinheil 1837) Drähte an, welchein Quecksilbernäpfchen tauchten n. nach Bedarf ausdiesen herausgehoben und in anders eingelegt wer-den konnten; später verwendete man Kurbel-, Hebel-od.Klemmenwechsel, deren starke, federnde, messingeneArme wie Ir, od. Ic., in Fig. 12 um ihre Achsen a,n. Nz gedreht n. so auf die eine od. andere von meh-reren (durch von den Klemmschrauben p,, g,, r^ n.

od. x.z n. weiter gehende Drähte mit verschie-denen Apparattheilen verbundene») kleinen Metall-platten b lli n. od. b.^ u. «2 aufgelegt werdenkönnen n. in ihren verschiedenen Lagen dem Stromevon n. »2 aus verschiedene Wege anweisen; jetztgebraucht man vorzugsweise die von Steinheil zuerstangegebenen Lamellen-, Schienen- od. Stöpselnm-schalter, bei welchen die Leitnngsdrähts durch Klemm-schrauben an mehreren ans od. in einer Holzplatte ge-gen einander isolirten , neben oder kreuzweise übereinander liegenden, mit Löchern versehenen messin-genen Platten od. Stäben (Lamellen) befestigt sindn. nach Bedarf durch in die Löcher der Lamellen ein-gesteckte messingene Stöpsel in verschiedener Weisemit einander verbunden werden. So kann z. B. inFig. 13, Taf. II. jede der Schienen 112 mit jederder Schienen IXII verbunden werden, wenn einStöpsel in das Loch an der Krenznngsstelle der be-treffenden beiden schienen eingesteckt wird. ZweiVerwendungen des Umschalters Fig. 14 sollen spä-ter (l) s 1 u.L e) besprochen werden. Durch Linien-wechsel lassen sich in Stationen, in welche mehrereLeitungen einmünden, Liese Leitungen nach Bedarfbald unmittelbar, bald mittelbar od. zur Translation(s. unten k) verbinden, bald wieder trennen u. jedeeinzeln in Betrieb nehmen. Mit Hilfe der Batterie-wechsel kann je nach Maßgabe der Länge oder Be-schaffenheit der Leitungen mit einem größeren oderkleineren Theile der Telegraphirbatterie telegraphirtwerden. Die Ausschalter bestehen ans zwei Schienen,z. B. LF n. I <2 in Fig. 15, u. der in diese eingesteckleStöpsel stellt eine kurze Nebenschließung zu demzwischen den Schienen eingeschalteten Apparate her;bei eingestecktem Stöpsel geht so gut wie kein Strommehr durch den Apparat, dieser ist somit ans demStromkreise ausgeschlossen, b) Das Galvanoskopoder die Bussole, eine von in die Leitung einge-schalteten Mnltiplicatorwindnngen umgebene, em-pfindliche, d. h. sehr leicht bewegliche Magnetnadel(vgl. Galvanismus bl a), soll den Stationen selbstschwächere in der Leitung Vorhände Ströme bemerk-bar machen; durch die Bewegungen der Nadel wirddie Station, wenn ihr Empfänger nicht arbeitet, da-rauf hingewiesen, daß derselbe nicht fein genug ein-gestellt ist; wenn sie selbst mit Arbeitsstrom (s. l). 1)telegraphirt, erkennt die Station zugleich an derBussole, ob ihre Batterie einen guten Strom in dieLeitung sendet; auch Unterbrechungen der Leitungen,starke Ableitungen an denselben und Fehler in denStationsapparaten kann man bei geschickter Benutz-ung der Bussole mit deren Hilfe leicht auffinden. Diein Fig. >5 abgebildete Bussole mit liegender Nadelhat diese n. den Multiplicator, dessen Enden an dieAnsschalterklemmen X, n. 8^ geführt sind, im Mes-