Telegraph.
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Drähten überspringen lassen können. In ähnlicherWerse empfahlLesageinGenf 1774 mittels24 Dräh-ten und 24 Paaren von an Fäden herabhängendeuHollunderkügelchen zu telegraphiren, der FranzoseLomond aber 1787 auf nur einem Drahte u. einemPaar Hollunderkügelchen. Neußer wollte 1794 dieBuchstaben auf mit Stanniolstreifen belegten Glas-tafeln (Blitztafeln) aussparen u. durch den elektrischenFunken illnminirt erscheinen lassen, doch gedenkt erfür sämmtliche Drähte einen gemeinschaftlichenRückleiter zu benutzen, so daß er für 25 Buchsta-ben nur 26 Drähte brauchen würde. Voigt empfahl«ls Wecker zu Rsußers T. ein Gefäß mit Knallgas,das durch den elektrischen Funken entzündet werdensollte. Böckmann schlug um dieselbe Zeit vor, bloß2 Drähte zu spannen u. die überspringenden Funkenzu Buchstaben zu gruppiren. Aehuliche Vorschlägewurden in Madrid von Cavallo 1795, von Salva1796 u. von Betancourt 1798 gemacht. Der voll-kommenste Vorschlag aber ward erst nach Entdeckungder galvanischen Elektricität von dem Engländer Fr.Ronalds (1816—1822) gemacht, der durch 2 gleich-gehende Uhrwerke auf jeder der beiden «Stationeneine mit Buchstaben beschriebene Scheibe in Umdreh-ung versetzen n. mittels eines Hollundermark-Elek-trometers ein elektrisches Signal geben wollte, wannder zu telegraphirende Buchstabe auf beiden Statio-nen in einem kleinen Fensterchen eines vor der Scheibestehenden Schirmes sichtbar wurde. Auch die Benutz-ung eines telegraphischen Wörterbuches brachte Ro-nalds in Vorschlag. Die Reibungselektricität ist aberzur Telegraphie im Großen nicht zu brauchen, weilsie schwer zu isoliren ist u. außerdem die Wirkung derElektrisirmaschine so sehr von der Feuchtigkeit derLuft rc. abhängt, d) Den ersten Versuch, mit dergalvanischen Elektricität zu telegraphiren,machte 1809 Samuel Thomas v. Sömmerring inMünchen; er faßte die Benutzung der chemischenWirkungen des Stromes ins Auge und leitete 35Drähte, nämlich 25 für die Buchstaben, 10 für dieZiffern, durch 35 mitWasser gefüllte u. mit den Buch-staben u. Ziffern bezeichnte Gläschen u. konnte da-her in je 2 dieser Gläschen das Wasser durch einengalvanischen Strom zersetzen; in dem einenGläschenschied sich (wie in dem WasserzersetzungsapparateFig. 2, Taf. IV zum Art. Galvanismus) Sauerstoff,in dem andern (und zwar in fast doppelt so großerMenge) Wasserstoff ans, u. es galt der Buchstabe desletzteren als zuerst, der des ersten Gläschens als zu-zweit telegraphirt. Sömmerring versah seinen T.auch mit einem Wecker; er ließ die entwickelten Gas-blasen 1809 ein Schaufelrädchen umdreheu, 1810aber auf einen Hebel wirken, welcher dadurch eineKugel herabfallen ließ u. durch diese ein Läutewerkausrückle. Dieser T. kam in München, Paris, Pe-tersburg, Genf, allerdings nur im Kleinen, zur Aus-führung , er würde aber auch im Großen sicher be-triebsfähig gewesen sein, wenn er auch minder voll-kommen ist, als die später erfundenen elektromagneti-schen T-en. Schweigger benutzte nur 2 Drähte u.2 Gläser, in denen er abwechselnd das Wasser zer-setzte, um diese abwechselnden Zersetzungen zur Be-zeichnung der Buchstaben zu combiniren. Einen ähn-lichen Vorschlag wie Sömmerring machte 1816 Coxein Philadelphia. 1838 wurde von E. Davy ein T.patenlirl, welcher durch Zersetzungen von Metallsalzen
(Jodkalium u. Chlorcalcium) mittels des Stromesbleibende Zeichen auf einem Streifen Papier oderKattun hervorbrachte, zugleich jedoch auch elektro-magnetische Stromwirkungen verwerthets (vgl. Od). Davy hätte zu seinem T. 4 Leitungen, 6 Mag-netnadeln n. 1 Elektromagnet gebraucht. Vorssel-mann de Heer, ein niederländischer Physiker, ging1839 bei seinem physiologischen T. auf eine Aus-nutzung der physiologischen Slromwirkuugen aus;von 10 Metalltasten der einen Station sollten 1t)Drähte nach 10 Metalltasten der anderen Stationlaufen; führte nun der Telegraphirende die Pol-Lrähte eines Magnetinductors zu irgend 2 Tasten,während der Empfangende seine 10 Finger auf dieTasten legte, so wurde der Jnductionsstrom durchdie auf diesen Tasten liegenden 2 Finger geleitet; sokönnen 45 verschiedene Zeichen gegeben werden, o)Besseren Erfolg hatten und zu einer vollkommenenLösung der Aufgabe führten endlich die Versuche, denElektromagnetismus,für die Telegraphie zuverwerthen. Als durch Örsted in Kopenhagen zuEnde 1819 die Ablenkung der Magnetnadel durchden elektrischen Strom in weiteren Kreisen bekanntgeworden war u. 1820 Schweigger u. PoggendorffLen Multiplicator erfunden hatten, machte, von La-place angeregt, Ampöre 1820 den Vorschlag, für je-den Buchstaben eine Magnetnadel u. einen diese um-kreisenden, aus 2 von einer Station zur anderenlaufenden Drähten gebildeten Stromkreis zu ver-wenden u. durch Ablenkung der Nadeln die auf ihnenangebrachten Buchstaben zu telegraphiren. Unab-hängig hiervon schlug Fechner in Leipzig 1829 dieAnwendung von 24 Nadeln mit 48 Drähten vorund wies zugleich nach, wie durch Vermehrung dergalvanischen Elemente auch bei langenLeitungsdräh-ten die nöthige Stromstärke beschafft werden könne.Alexander in Edinburg gab 1837 den 30 Multipli-katoren einen gemeinsamen Nückleitungsdraht u. ver-ringerte somit die Zahl der Leitungsdrähte von 60auf 31, doch auch diese Zahl war noch zu bedeutend,um eine Ausführung im Großen zu gestatten. Tri-boaillet empfahl 1828 einen einzigen, erst mit Schel-lack, darüber mit Seide u. dann mit Harz isolirtenDraht in die Erde zu legen u. aus den Bewegungender Nadel (?) ein Alphabet zu bilden. Der russischeStaatsrath Schilling von Canstadt construicle einenT. mit bloß einer Nadel u. zwei Drähten u. grup-pirte die Ablenkungen nach links u. nach rechts zurBezeichnung der einzelnen Buchstaben. Mit einemT. mit 5 Nadeln gedachte Schilling bloß Zahlen zutelegraphiren, deren Bedeutung in einem Wörter-buchs ausgesucht werden sollte. Den ersten Versuchim Großen u. zwar mit 2 kupfernen Leitnngsürähteubrachten 1833 Karl Friede. Gauß u. Wilhelm We-ber zuStande, indem sie in Göttingen die Sternwarteu. das gegen 900 rn davon entfernte Physikalische Ca-binet u. 1834 die Sternwarten, das Magnetische Ob-servatoriumdurchüberdie Häuser u.ThllrmcdecStadtgeführte Drähte in Verbindung setzten. Sie bedien-ten sich nur eines Multiplicators (Hkl in Fig. 3),dessen 1,21 m lange Nadel LILI anfangs durch einenbei ^ u. g ein- u. austretenden galvanischen Strom,später (1834) durch einenMagneto-Jnductionsstrombald nach rechts, bald nach links abgelenkt wurde;durch Gruppen von höchstens 4 dieser zwei Elemen-tarzeichen konnten sie alle möglichen Buchstaben und