12 Stimmgabel — Stinkthiere, Stänker.
kerer Luftströmung, die sog. offene S. wird bei em-porgezogenem Kehlkops erzeugt; beide sind beiMän-ner-S-n zu treffen, doch ist letztere wegen ihres grel-len Charakters und der Anstrengung, welche sie derS. verursacht, zu verwerfen. Zu allem dem trittdann noch deutliche Aussprache als Resultat einesschnellen u. präciscn Wechsels der Mnndstellung u.jene Innerlichkeit des Gesanges, welche jedem Tonim engsten Zusammenhänge mit der Wort- n. Mu-sikdichtuug den entsprechenden Ausdruck, die entspre-chende Farbe, sei cs der Freude oder des Schmer-zes rc., verleiht. So hervorragende Gesangskünstlerdie neuere Zeit auch im Einzelnen anfweist, hat dieGesangskunst doch im Allgemeinen bedeutende Rück-schritte gemacht, welche zwar theilweise mit der aufdramatische Accente, declamatorisches Pathos hin-weisenden Compositionsweise eines Meyerbeer,Verdi, Wagner ec. zusammenhängeu, aber mehrnoch in dem Mangel gründlichen, ausdauerndenStudiums ihren Grund finden. Mandl, Die Gesnnd-heitslehre der S. in Sprache u. Gesang, Braunschw.1876; Sieber, Vollständiges Lehrbuch derGesanges-knnst, 2.A. Magdeb. 1879; M.Garcia, Beobachtun-gen über die menschliche S. (deutsch mit Vorwort vonL.v.Schrötter),Wien 1878; Zopfs, DieBehandlungguter u. schlechter Stimmen, Leipz. 1878; Neclam,Sprache u. Gesang, Stuttg. 1878 Siebenrock.
Stimmgabel (franz. Diapason), ein vom engl.Lantenspieler Shore (gest. 1753) erfundenes, ansStahl verfertigtes Instrument in Form einer Gabelmit 2 langen Zinken n. einem Handgriff; dient zurFeststellung der Stimmung n. ist auf den Ton a ge-stimmt. Die S. wird mit einem od. beiden Schen-keln angeschlagen n. auf einen festen, resonanzfähigenKörper gesetzt. Da jedoch die Einwirkung der Wärme,z. B. seitens der Hand, eine Veränderung der Ton-höhe hervorznbringen vermag, hat man eigene Re-sonanzkästchen verfertigt, worauf die S. gesetzt undmit einem beledcrten Hämmerchen angeschlagen wird;um einen noch reineren, als den beim Abklingenetwas in die Höhe gehenden Ton der S. zu erzielen,bedient man sich auch der Stimmpfeife, einerhölzernen Pseife, vermittelst welcher durch einen indie Mündung gesteckten, verschiebbaren Kolben ver-schiedene Töne angegeben werden können.
Stimmhorn,trichterförmigesJnstrnment; dientzum Stimmen der offenen Orgelpfeifen. Zur Er-Höhung des Tones wird der massive, spitze Trichterin die Pseisenmündung hineingedrückt, diese dadurcherweitert, zur Vertiefung des Tones der hohle Trich-ter auf die Pfeisenmnndnng gesetzt, diese dadurchverengert.
Stimmrecht, die Berechtigung, in einer öffent-lichen Behörde oder politischen Körperschaft sein Ur-theil durch Ja od. Nein, od. bei Wahlen für Körper-schaften einem Candidaten seine Stimme zu geben.Von Allgemeinem S. bei Wahlen spricht man,wenn jeder volljährige, nicht interdicirte Ansässige ander Wahl eines Volksvertreters theilnehmen kanndurch Abgabe seiner Stimme für einen der vorge-schlagenen Candidaten. Vgl. Abstimmung u. Wahlen.
Stimmritze, s. u. Kehlkopf.Stimmritzenkrampf der Kinder, s. Kehl-kopfskrankheiten.
Stimmstock, der Theil der Saiteninstrumente,worin die Wirbel befestigt sind.
Stimmung1)nenntmandasRichtenderJnstrn-mente nach einer bestimmten Tonhöhe (dem Stimm-od. Gabelton), um die nöthige Toneinheit unter denInstrumenten verschiedener Gattungen, eines Or-chesters, an verschiedenen Orten herznstellen. Eineunveränderliche S. besitzen die Blasinstrumente,insofern als nur geringe, zur Ausgleichung kleinerVerstimmungen dienende Veränderungen des Tonesan einzelnen derselben (z. B. der Flöte durch Stell-ung der Pfropfschranbe, an der Oboe, der Clari-nette und dem Fagott durch Ausziehen der Jnstrn-mentstücke) möglich sind, eine veränderliche S.dagegen die Streich- u. Tasteninstrumente (Violine,Klavier rc.), welche jederzeit eine ihrer Natur ent-sprechende Umstimmung zulassen, weshalb auch ineinem Orchester die Saiteninstrumente nach denBlasinstrumenten (gewöhnlich dem eingestrichenen^,der Oboe) eingestimmt werden. Mit dem AusdruckS. halten bezeichnet man das längere Beibehaltendes ursprünglichen Stimmtones u. gilt dies sowolbeim Gesänge, als bei den Instrumenten; Tempe-ratur, Bauart der Instrumente rc. spielen hierbeieine große Rolle. Daß übrigens die S. an verschie-denen Orten auch eine etwas abweichende sein kann,ist schon unter Kammerton nachgewicsen worden.2) (Mal.) s. Landschaftsmalcrei. D Siebenrock.
Stimnliren (v. Lat.), so v. w. Anreizen. Da-her Ztimniantia, reizende, die Wärmebildung, denKreislauf steigernde Mittel: Aether , Alkohol rc.;Stimulation, Reizung, Anregung.
Stinkasant, so v. w. kosticka.
Stinkdachs , Nxckaus L'E, Gatt, der Unter-fam.derDachse. Körper gestreckt. Schnauze rüsselar-tig. Schwanz stnmmelartig. Ohren versteckt. Zehenzum Theil verwachsen, die vorderen mit langenGrabkrallen. Stinkdrüsen, deren weithin ausspritz-bare, flüssige Absonderung stinkend riecht. Hieher:ÜI. msliosxs Ich gern. S. Mardergroß. Dun-kelbraun, unten Heller. Ein weißer Rückenstreif.Graben Höhlen mit Gängen. Nahrung: Pflanzen u.kleinere Thiere. Java, Sumatra, im Gebirge biszu 2000 IN. Farwick.
Stinkkalk, so v. w. Stinkstein.
. Stinkstein (Stinkkalk,bituminöserKalkstein) dich-ter Kalkstein von grauer, brauner oder schwarzerFarbe, innig von Bimmen durchdrungen, welcherbeim Ritzen, Reiben, Zerschlagen u. Erwärmen ei-nen stinkenden Geruch verbreitet. Findet sich vor-zugsweise in den älteren Formationen, bei Jbergam Harz, Miedzianagora in Polen, in Thüringen,Riechelsdorf in Hessen, Gera im Voigtland, Has-mersheim, Rettigheim u. Malsch in Baden. Lehmann.
Stinkthier, Stänker, Llopditis <7uv., Gatt,der Unterfam. der Dachse. Kopf klein, Schnauzen-rand nackt, spitz vortretend. Leib schlanker als beimDachs. Schwanz lang, dicht buschig behaart. Zehenfast ganz mit einander verwachsen u. lang bekrallt.Haarkleid von schwarzbranner Grundfarbe mit wei-ßer Bandzeichnung. Stinkdrüsen am After stark ent-wickelt, ihre flüssige, weithin ausspritzbare Abson-derung verbreitet einen stinkenden, betäubenden Ge-ruch, wodurch sie gegen ihre Feinde geschützt sind.Meist Steppenbewohner Amerikas ».Afrikas. Nacht-thiere, ruhen in selbstgegrabenen Höhlen, nähren sichvon kleineren Thieren, Früchten u. Wurzeln. IhrePelze bilden unter dem Namen Skunks einen bedeu-