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Stilpiiosiderit — Stimme.
Stilpnosiderit (Eisenpecherz), amorphes Mi-neral in nierensörmigen, stalaktitischen Massen, alsÜberzug, in Trümmern, derb u. eingesprengt; Bruchmuschelig bis eben, glatt, spröd; Harte 4 bis 5, spsc.Gew. 3,g bis 3,g, pechschwarz bis schwärzlichbraun,Strich hoch gelblichbraun, stark fettglänzcnd, un-durchsichtig. Chem. Zusammensetzung diejenige desGöthits od. des Brauneisenerzes. Findet sich häufigin Begleitung von Brauueisencrz. Lehmann.
Stjlpo, griechischer Philosoph aus Megara, um300 v. Ehr., Schüler des Euklides, erregte durchseine Philosophie großes Aussehen u. zog viele Schü-ler anderer Philosophen an sich. Der ihm vorge-worfene Atheismus beschränkte sich auf einen Scherz,welchen er auf eine Pallasstatue in Athen gemachthatte; doch mußte er deshalb die Stadt verlassen.S. starb in hohem Alter. Unter seine Schüler ge-hörte u. A. auch Zeno. Seine neun Dialoge sindverloren gegangen. Er empfahl durch Lehre u. Lebendas Streben nach Unabhängigkeit von äußern Ein-drücken u. nach innerer Selbstgenügsamkeit. Specht.
8tilus, Griffel, s. u. Blüthe VIII., S. 574.
Stimmbänder, s. u. Kehlkopf.
Stimme (lat. Vox), der Inbegriff der Töne,welche von Menschen, dann auch von Thieren hervor-gebracht werden können; im engeren Sinne derjeni-gen, welche durch das Athmen hervorgebracht u. na-mentlich in dem Kehlkopse erzeugt werden. UnterdenSäugethierengibtesnur wenige, welche ganz stimm-los sind (der Ameisenbär, das Schuppenthier u. diedenFischen nahe stehenden Cetaceen). BeidenVögelndagegenistdie S. vorzugsweise ausgebildet, am mei-sten beidenSingvögeln; auchsindetman einzig in die-ser Thierklasse das Vermögen einzelner Arten, nichtnur die menschliche S. im Allgemeinen, sondern auchwegen breiterer u.LickererZuuge menschlicheSprach-laute nachzuahmen. Die Reptilien zeigen wenige Aus-bildung der S.; nur einige haben eine laute S.;bei vielen, wie bei den Schlangen, besteht sie nur ineiner Art von Zischen; mehrere sind ganz stumm,wie die Schildkröten u. a. Die Laute, welche einigeFische u. Jnsecten von sich geben, gehen durch me-chanische Bewegungen, bei den Jnsecten der Flug-Werkzeuge hervor. Der Kehlkopf, namentlich in sei-nem Übergange zur Luftröhre, ist bei den Thierenhöherer Ordnung das eigentliche Stimmorgan, alsdessen Hilfsorgane die Lungen, die Luftröhren, dieRachen- u. Mundhöhle dienen. Der Kehlkopf istein membranöses Zungenwerk, das von der Lungeu. Luftröhre aus angeblasen wird u. dadurch Klängeerzeugt, die theils durch die wechselnde Spannungder inihm ausgespanntenschwingendenMembranen,theils durch die veränderliche Gestaltung der die Be-deutung eines Ansatzrohres erfüllenden Rachen- undMundhöhle modificirt werden können. Die Mög-lichkeit, verschiedene Töne in der Kehle hervorzubriu-gen od. zu singen, liegt zunächst in der Fähigkeit, dieStimmritze durch Muskelthätigkeit während derAus-stoßnng der Luft zu erweitern u. zu verengen. Eintieferer Ton hat eine weitere, ein höherer eine engeStimmritze zur Bedingung; zugleich wird bei hohenTönen der Kehlkopf mehr in die Höhe u. vorwärtsgezogen, bei de» höchsten Tönen auch wol dasHaupt zurückgebeugt; bei den tiefen Tönen dagegenwird der Kehlkopf niedergezvgen, bei den tiefstenwerden wol auch die Schultern gesenkt u. der Kopf
auf die Brust geneigt. Die menschliche S. bewegtsich innerhalb der Tonhöhen von 3ß Octaven; imMittel hat ihr tiefüer Ton 80, ihr höchster 1024Schwingungen in der Secunde. Jedoch erstreckt sichselten der Umfang einer einzelnen S. über zwei Oc-taven. Menschen, deren Stimmorgan wenig ausge-bildel ist, vermögen oft kaum eine Octave zu durch-singen, Geübte dagegen wol bis zu drei Octaven.Doch sind immer, auch bei Knnstsäugern, entwederdie höher» od. tiefer» Töne vorzugsweise ausgebil-det u. reiner. Die Biegsamkeit u. Nachgiebigkeit derTheile des Kehlkopfs entscheidet hierbei das Meiste;daher die S. von Knaben u. Frauen einen größerenUmfang hat; in dem hohen Alter widerstehen die dieL-timmorgane bewegenden Muskeln noch früher derleichten Beweglichkeit, als es bei anderen Muskel-Partien der Fall ist; daher alte, gute Sänger seltensind. Die Stärke des Tones u. die gleiche Haltungdesselben beruht auf denselben Bedingungen, wie dieder S.; Alles, was die S. beeinträchtigt, wie katar-rhalische Beschwerden u. Lungenkraukheiten, beein-trächtigt das Singen. Außer der Verschiedenheit,welche die vier verschiedenen S-n: Sopran, Alt,Tenor u. Baß, als Töne haben, kommt bei ihnenbes. die Mitwirkung der übrigen Mundtheile in Be-tracht. Bei Knaben, welche nicht castrirt werden,verliert sich die Sopran-S. zur Zeit der Pubertät u.wird dann zur tieferen Altstimme. Im fortgehendenAlter entwickelt sich nun, je nachdem die Kehle sichmehr erweitert, eine Tenor- od. Baß-S. Eigentlichist die Tenor-S. die natürliche Männer-S. inihrer vollkommenen Ausbildung, so wie die Sopran-S. die der Frauen, von welcher sich die Castra-ten-S. nicht sowol durch Gefälligkeit des Tons, alsdurch die Stärke, bei welcher zugleich die Reinheiterhalten bleibt, unterscheidet. Der Ton bei der S.bildet sich zunächst von der Stimmritze aus. DieStärke des Schalles hängt, außer von der Kräftig-keit des Brustbaues u. der mehreren od. minderenAusbildung der Lungen u. der Luftröhre mit ihrenÄsten, von der mehreren od. minderen Erweiterungdes Kehlkopfs, sowie von seiner Consistenz ab. Anden Erschütterungen des Kehlkopfs mag auch wolselbst die Luftröhre, ebenso der Kehldeckel theilneh-men. Auch die Weichgebilde des Mundes und derNase tragen durch Muskelanspannung wesentlich zurResonanz, ja selbst zur Bildung des Tons bei. Jn-nervirt wird das Stimmorgan von dem oberen u.unteren Kehlkopfnerven, Äste des zehnten Hirnner-ven; die beiderseitige Durchschneidung dieser Äste od.des Nervenstammes od. endlich die des elften Hirn-ssogen. Bei-)nerven innerhalb der Schädelhöhle hatStimmlosigkeit zur Folge. Bedeutend u. eigenthüm-lich wirken die Geschlechtsfunctionen auf die S.; dieVögel singen zur Begattungszeit mehr und eigen-thümlicher; das Weib erhält nach der Pubertät erstMetall der S.; der Mann nach der Pubertät u. erstdurch dieselbe den ihm eigenthümlichen Ton, Baßoder Tenor. Störungen im Organismus, bes. desNervensystems u. in dem Respirätiousorgan, erzeu-gen bedeutende Veränderungen der S. , welche die-selbe in Krankheiten zu einem wichtigen Zeichenmachen. Die S. kann aber im krankhaften Zustandeentweder ganz fehlen (^xlionia), od. krankhaft ver-ändert sein (karaplronia, Laoopironia). Die meistender Affeclionen kommen symptomatisch vor, nur sel-