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Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
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Stiehle

von Kunstreisen durch Deutschland, Italien u. Eng-land zurückgekehrt, Organist in seiner Vaterstadt u.wurde 1875 Dirigent der philharmonischen Con-certe zu Belsast (Irland).

Stichle, Gustav von, preuß. General geb.14. Aug. 1823 in Erfurt, trat 1840 in die preuß.Armee, wurde 1841 Lieutenant u. war 184547zur allgemeinen Kriegsschule inBerlin u. 185255zum topographischen BnreaudesGeneralstabes com-mandirt; bis 1859 zum Major avancirt, wurde erDirector der Kriegsschule in Potsdam u. später inNeisse; 1860 wurde ihm die Leitung der historischenAbtheilung des Generalstabes übertragen n. zugleicheine Lehrerstelle an derKriegsakademie. 1864machteer als Oberstlieutenaut im Generalstabe den Krieggegen Dänemark mit, wurde dann geadelt, Flügel-adjutant des Königs u. Militärattache bei den Ge-sandtschaften inLondon u. inWien. 1866 zumOberstbefördert, zog er im Hauptquartier mit gegenÖsterreich, erhielt im Kriegeden Orden pour Is ms-rits, wurdezu denVerhandlungen inNikolsburg ge-zogen, 1868 dann Commandeur des 4.Gardegrcna-dierregiments in Koblenz, kehrte aber schon 1869 alsAbtheiluugschef im Großen Generalstab u. Mitgliedder Militärstudiencommission nach Berlin zurück.Sodann zum Generalmajor ernannt, wurde er in demKriege gegen Frankreich Chef des Generalstabes der2. Armee u. schloß am 26./27. Oct. die Capitnlationmit dem französischen General Jarras wegen Waf-fenstreckung der Bazaineschen Armee vor Metz undder Übergabe von Metz ab. Nach dem Frieden trater in sein früheres Verhältniß als Abtheilungscheszum großen Generalstabe zurück, wurde aber imNov. 1871 Director des allgemeinen Kriegsdcpar-tements im Kriegsministerium. Mitglied des Bun-desraths, 1873 Generallieutenant s, la, snits u.Jn-spectenr der Schützen u. Jäger, 1875 Commandeurder 7. Division in Magdeburg.

Stieleiche, s. Eiche.

Stieler, 1) Adolf, Kartograph, geb. 26. Febr.1775 in Gotha, studirte seit 1793 in Jena u. Göt-tingcu die Rechte, wurde 1797 in GothaAdvocat u.im Ministcrialdepartement angestellt, 1813 Lega-tionsrath, 1829 Geheimer Regierungsrath u. st.13. März 1836 in Gotha. Hauptwerk der unterReichards Mitwirkung herausgegebene Handatlas,Gotha 18171823, 50 Bl. nebst Supplementenbis 1833, 75 Bl. (neueste Ausg. von Berghaus u.Petermann, ebend. 1879 ff. in 95 Bl.), von dem erauch eine mittlere Ausg. von 63 u. eine Auswahlvon 31 Bl. veranstaltete. Sein Schulatlas erschien1877 das. in 58. A. Hervorzuheben ist auch seinAtlas von Deutschland nebst Niederlanden, Belgienu. Schweiz in 25 Bl., n. A. das. 1867. 2) KarlJoseph, bekannter Porträtmaler, geb. 1. Nov.1781m Mainz, st. 9. April1858in München, Sohndes kursürstl.Hofmedailleurs I.Fried. S.inMaiuz,Schüler Fügers in Wien, derihnvon derMiniatur-zur Ölmalerei führte, reiste nach Ungarn, Polen u.Paris, wo er unter David u. Gerard studirte, ging1811 nach Italien u. 1812 nach München wo er sich1820 häuslich niederließ. Vom Könige von Bayernzum Hofmaler ernannt, war S. bald der Lieblingder deutschen Höfe u-. Aristokratie. Von ibm die be-kannte Schönheitsgalerie in der Münchener Resi-denz u. das PorträtGöthes in derNeuen Pinakothek

Stiergefccht.

daselbst. Sein Colorit ist besser als seineZeichnung.Von S. auch ein Altarbild in der St. Leonhards-kirche in Frankfurt a. M. 3) Karl, Schriftstelleru. Dichter, Sohn des Vor., geb. 15. Dec. 1842 inMünchen, studirte die Rechte, trat, nachdem er grö-ßere Reisen gemacht in den bayer. Staatsdienst, dener jedoch bald wieder verließ, um sich ganz derSchriftstellerei zu widmen. Seine Arbeiten sind meistEssays, SchilderungenTextezu illustrirtenPracht-werken n. dann größere n. kleinere Dichtungenin oberbayer. Mundart. i) Schroot. L) R-gnet.

Stier, das männliche Rind.

Stier (Astr.), das 2. Zeichen des Thierkreises(6) n. Sternbild zwischen 46°87° Rectascensionu. 0°28" nördl. Deklination, hat nach Heis 188dem bloßen AugesichtbareSterne, worunter sich ver-schiedene auszeichuen, z. B. die Plejaden mit Alky-one, die Hyaden mit Aldebaran, ferner 2 Tterne2. u. 3. Größe, welche die Hörnerspitzen andeuten.Er soll den S. bedeuten, in welchen Jupiter sich ver-wandelte, als er die Europa entführte.

Stier, Ewald Rudolf, bedeutender theologi-scher Schriftsteller, geb. 17. März 1800 in Frau-stadt (Posen), studirte 181521 in Berlin u. Halleerst Jura, dann Theologie und wurde, nachdem ernoch das Seminar in Wittenberg besucht hatte, erstLehrer im Litauischen, 1824 Lehrer am Missions-hause in Basel, pastorirte dann von 18291847,wurde 1850 Superintendent in Schkeuditz, 1859 inEisleben u. st. 16. Dec. 1862. Sein Hauptwerk ist:Die Reden des Herrn Jesu, 184348, 6 Thle., 3A. 1865 fs., im Auszuge als: Die Worte des Wor-tes, Barm. 185659,3Thle.; dann: DieReden derEngel in der Hl. Schrift, ebend. 1861; außerdemschr.erKatechetisches,Predigten, Commentarzu ver-schiedenen Briefen des St. T., Christliche Gedichte,Bas. 1825 u. Barm. 1845 u. gab u. A. mit Theilsdie,Handpolyglotteubibel l853ss. heraus. Seine Bio-graphie von seinen Söhnen, Wittenb. 1867 f.,2 Bde.

Stiergefecht (Tauromachie), der Kampf vonMenschen mit Stieren zur Belustigung der Zu-schauer. Die S-e waren schon bei den Griechen, na-mentlich in Thessalien, gewöhnlich u. wurden hierbei besonderen Festen (Taurokathapsia) angestellt.Solche S-e wurden auch in Rom, zuerst unter Jul.Cäsar, dann unter den Kaisern gegeben; die Kämpferhießen hier Panrooontas od. Nanrarii. Im Mit-telalter waren die S-e noch bei Thierhetzen gewöhn-lich, wo die Stiere mehr mit Hunden, als mit Men-schen kämpften. Reste davon haben sich hier n. daerhalten; so war in Wien die Hatz, wo Stiere mitBullenbeißern kämpften; in England hieß der Käm-pfer zu Pferde, welcher dem Stier die Knieflechsenzu zerhauen suchte, Loelcvtor; in Rom waren frü-her wöchentlich zweimal im Mausoleum Augusts diesogen. lÄostro (Thierhetzen), wo ein halbes Dutzendabgemagerter u. entkräfteter Ochsen von vier Män-nern mit Knitteln geneckt wurden, dann folgtenKämpfe der Stiere mit den Bullenbeißern» welchevon den Stieren oft 20 Fuß weit geschleudert wur-den, und zuletzt Angriffe der Stiere auf den in derMitte aufgehängten Popanz. Nach mehrmals vonKaisern und Päpsten ergangenen Verboten dieserThierhetzen, verbot sie zuletzt der Papst Leo XII.,aber die Franzosen führten sie nach der BesetzungRoms 1849 wieder ein. Die berühmtesten aller S-e