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Stickstoffbor
sowie beim Erhitzen von salpetrigsauremAmmon fürsich od. inwässrigerLösnngMklj^Oz—
Stickstoffbor, so v. w. Borstickstoff. fHetzer.
Stickstoffdioxyd, Untersalpetersäure, Mz bildetsich, wenn man ein Gemisch von 2 Vol. Stickoxyd(IM) u. i Vol. Sauerstoff stark abkllhlt od. trockenessalpetersaures Blei in einer Retorte glüht und dieDämpfe in eine stark abgekllhlte Vorlage leitet. Esbildet bei —20° farblose Krystalle, bei —12° einegelbwthe Flüssigkeit, siedetbei 22° u. verwandelt sichdabei in dunkel rothbrannem Dampf von süßlichem,erstickendem Gerüche. In concentrirter Salpeter-säure löst es sich auf (s. Salpetersäure, rothe rau-chende). In Berührung mit Wasser zersetzt es sichsofort in Salpetersäure u. Stickoxyd
(3lMs-t-820^2LIMg-k-IM).
Mit Basen od. deren Anhydriden zusammengebracht,liefert es ein Gemisch von Salpetersäure« u. Salpet-rigsäuresalz (2lM2-f-2X80—1M0g,LkM2,820);es ist also weder eineSäure noch ein Säureanhydrid.Mit concentrirter Schwefelsäure bildet es eine feste
krystallinische Verbindung ^ durch Was-
ser in salpetrige Säure und Schwefelsäure zerfällt.Diese Verbindung entsteht bei der Darstellung derenglischen Schwefelsäure in den Bleikammern, wennzu wenig Wasserdampf vorhanden ist; sie bildet diesog.Bleikammerkrystalle. Überdiestickstoffdioxydhal-tigen organischen Körper s. Nitroverbindungen. Hetzer-
Stickstoffmetalle, chemische Verbindungen vonStickstoff mit Metallen. Die meisten sind wenig be-ständige od. gar explosive, chemisch indifferente Kör-per, die noch wenig untersucht sind. Sie zersetzen sichoft schon durch feuchte Luft unter Ammoniakbildung ;Säuren bewirken eine ähnliche Zersetzung, so daßschließlich ein Gemisch eines Metallsalzes mit einemAmmonsalze resultirt. Nur wenige (Stickstoff-Magne-sium u. -Titan) entstehen direct, wenn mau Stick-stoff über das erhitzte Metall leitet; die meisten wer-den bei Einwirkung von Ammoniak auf das betr.Metall in der Rothgluth erhalten. Hetzer.
8tiota ^le/r., Flechtengatt, aus der Fam. der?ar-moliavsas, durch Becher auf der Rückseite des festen,lederartigen, breitlappigen Laubes ausgezeichnet. 8.s/Ivatioa,, auf der Erde od. an Bäumen; 8. pul-monaosa, (Lungenflechte), an Baumstämmen,graugrün, als Lungenmoos (Inoben xulmona-rius) officinell, auchwieOstrariaisIauäiea beiBlut-spncken, Abzehrung rc. als Volksmittel angewendet.
Stief...., nur in Zusammensetzungen gebräuch-lich, um dasAffinitätsverhältniß zu bezeichnen, wel-ches bei einer 2. Ehe, namentlich in aus- u. abstei-gender Linie, zwischen dem einen Ehegatten u. denVerwandten des andern Ehegatten stattfindet, soS°vater, S-mutter, S-sohn, S-tochter. Zuunterscheiden sind sog. S- od. Halbgeschwister(s. Halbbürtig u. Halbgebnrt), d. h. Kinder, welchenur einen Ascendenten, Vater od. Mutter gemein-schaftlich haben, von den eigentlichen S-geschwi-stern, d. h. Kindern, welche von 2 Ehegatten ausfrüheren Ehen zusammengebracht werden; diese sindgar nicht verwandt u. können daher auch nicht alsGeschwister gelten. Schon das mosaische Recht ver-bot die Ehe mit der S-tochter u. deren oder desS-sohnes Tochter, auch mit der S-mutter u. mitdes Bruders od. mit des väterlichenOheimsWittwe.
l — Stiehl.
Nach Römischem Recht war erst die Ehe mit der S-mutter u. S-tochter, später aber auch die Ehe mitder Frau des verstorbenen Bruders u. mit derSchwester der verstorbenen Frau verboten. DasKanonische Rechterweiterte die aus der S-verwandt-schaft herrühreuden Eheverbote fast so weit, als esdie auf wirklicher Verwandtschaft ruhenden Verboteausdehnte. Die neueren Ehegesetze haben dagegendiese Verbote meist wieder auf die römische od. mo-saische Grenze beschränkt. In Bezug auf das Erb-recht begründet die S-verwandschast gar keine Erb-berechtigung,mit Ausnahme der sogenannten S- od.Halbgeschwister, s. Halbgeburt.
Stiefel, 1) das Kolbenrohrbei Pumpen, Spritzen-Dampfmaschinen rc. 2) s. u. Schuh.
Stiefmütterchen, ist Viola brioolor, s. d.
Stiege, so v. w. Leiter od. Treppe.
Stieglitz, Distelfink, Ifl-ingilla, oaräuslls L.,Finkenart; 14 cm; Schnabel dünn, nach der Mittezu verschmälert, mit gekrümmter feiner Spitze; Ge-fieder bunt, oben bräunlich, unten weißlich, nur Weib-chen u. Jungen fleckig; Flügel schwarz mit hochgelbemSpiegel; Schwanz schwarz, an der Spitze weiß;Männchen: Kinnu. Stirn roth, S cheitel u. Hinterkopsschwarz, Wangen weiß. Alte S-e sind rings um denSchnabelgrund roth. Nährt sich von Samen, bes. Di-stelsamen, frißt im Frühjahr auch Knospen; Nest kunst-voll auf Bäumen; Eier hellblau, rothfleckig; Euro-päisch, häufig. Die S. sind sehr zähmbar u. gelehrig.Mit Cauarienvögeln werden von ihnen Bastarde ge-zogen, die wiederum fruchtbarsein sollen. Farwick.
Stieglitz Heinrich, Dichter, geb. 22. Febr.1803 in Arolsen, studirte seit 1820 in Güttingen,Leipzig u. Berlin Philologie u. wurde an letzteremOrte 1828 Custos der königl. Bibliothek u. Gymna-siallehrer, gab aber, wegen Gemüthsleiden, beideStellen auf u. machte 1833 eine Reise nach Ruß-land ; nach dem Tode seiner Frau, der C harlotteSophie Willhöft (geb. 1806 in Hamburg, gest.31. December 1834) die sich selbst erdolchte, derenBriefe, Tagebuchblätter rc. Mundtu. d. T., CH. S.,ein Denkmal, Berl. 1835 herausgab, ging er nachMünchen, von da ins Bayerische Hochland, lebteeine Zeitlang in Venedig u. bereiste dann Italien;nach Venedig zurückgekehrt st. er daselbst, währendder Belagerung, 24. Aug. 1849 an der Cholera;seine Leiche wurde nach Berlin geschafft u. 17. Oct.1850 neben seiner Gattin auf dem Sophienkirchhofbeigesetzt. Er schr.: Gedichte zum Besten der Grie-chen (im Verein mit Ernst Große), Lpz. 1823;Berliner Musenalmanach (mit Anderen herausg.),Berl. 1829; Bilder des Orients (darin dieTragödieSultan Selim III.), Leipz. 1831—33, 4 Vde.;Stimmen der Zeit in Liedern, ebd. 1832, 2. A.1834; Erinnerungen aus meiner jüngsten Sommer-reise, ebd. 1834; Dionysossest (lyrische Tragödie),Berl. 1836; Gruß an Berlin, Lpz. 1838; Berges-grüße aus dem salzburgischen, tyroler u. bayerischenGebirge, Münch. 1839; EinBesuch auf Montenegro,Stuttg. 1842; Istrien und Dalmatien, ebd. 1845;Erinnerungen aus Rom, Münch. 1848; Vgl. Heinrich
S.,eiueSelbstbiographie,Gotha1865.G.Zimmermann.
Stiehl, Heinrich, bedeutender Orgelspieler,Pianist u. Componist, geb. 5. Aug. 1829 in Lüne-burg, war längere Zeit Organist an der Petrikirche! u. Dirigent der Singakademie in Petersburg, dann
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