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Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
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Stickfluß -

2. A. Berl. 1879; G. Oppenheim, Neues Stick-Muster-Bnch, Franks, a. M. 1879; Handbuch fürFrauenarbeiten, aus dem Franz. (5. A.) von Math.Clasen-Schmid, Lpz. 1879. Schr°°t.

Stickfluß, Aushören der Function der Lungen.Die Bezeichnung ist vieldeutig, da eine Menge Zu-stände dem S. zu Grunde liegen können u. deshalbjetzt mehr oder weniger veraltet. Für die weitausmeisten Fälle von S. ist die Bezeichnung Lungen-lähmungdie richtige. Kunze.

Stickgas, so v. w. Stickstofs.

Stickmaschine, Maschine zur Anfertigung vonStickereien, welche aus vielen gleichen Mustern zu-sammengesetzt sind, von Heilmann in Mülhausenim Elsaß um 1832 erfunden. Die S. besteht aus2 Schlitten, die eine große Zahl verstellbarer Zan-gen tragen und sich auf Schienen abwechselnd derFläche des Gewebes nähern u. davon wieder ent-fernen. Dies wird durch eine mit der Hand be-wegte Kurbel bewirkt. Die Zangen des einen Schlit-tens halten ebenso viele eingesädelte Nadeln fest.Durch 2 Tritte, welche mit beiden Füßen abwech-selnd bewegt werden, öffnen sich die Zangen des einenSchlittens oder Wagens alle auf einmal, um diein das vertical aufgespannte Zeug eingestochenenNadeln loszulaffen und mittels desselben Druckesschließen sich zugleich die Zangen des zweiten Schlit-tens, welche aus der anderen Seite des Stoffes dieNadeln ergreifen, durchziehen u. alsdann von Neuem,an einer anderen Stelle, einstechen. Zu diesem Zweckwerden sie durch einen Storchschnabel verstellt, mitdessen Spitze der Arbeiter eine vor ihm liegendeMusterzeichnung nachfährt. Die Nadeln sticken dem-nach alle gleichzeitig dasselbe Muster.

Stickoxyd, Stickstoffoxyd (Stickoxydgas), M,entstehtbei Einwirkung von SalpetersäureansgewisseMetalle (Kupfer, Quecksilber), sowie beim Erwärmeneines Gemisches von Eisenchlorür, Salzsäure u. Sal-peter. Farbloses, in Wasser etwas lösliches Gas, des-sen spcc. Gew. 1,gg (Luft -- 1) od. 15 (Wasserstoff1). Mit dem Sauerstoff der Luft verbindet es sichsofort zu tiesrothen Dämpfen, die je nach der Mengedes Sauerstoffs aus Stickstoffdioxyd (dkO?) od. Sal-petrigsäure-Anhydrid (dlzO,), gewöhnlich aus einemGemische beider bestehen. Es vermag die Verbrenn-ung solcher Körper zu unterhalten, welche wie Kohleu. Phosphor eine starke Verwandtschaft zum Sauer-stoff besitzen, wenn sie brennend in das Gas gebrachtwerden. Von Eisenvitriollösung wird es schnell ab-sorbirt, indem sich dieselbe tief schwarzbraun färbt,beim Erwärmen der Lösung entweicht es unverän-dert. Ein Gemisch von S. mit Schwefelkohlenstoff-dampf verbrennt mit glänzend blauer, an chemischwirksamen Strahlen reicher Flamme. Durch leichtoxydirbare Metalle (Zink, Eisen) wird es zu Stick-oxydul reducirt. Hetzer.

Stickoxydul, Stickstoffoxydul, Stickstoffprotoxyd,Lustgas, Wonnegas, kstgO; farbloses, schwach süßlichriechendes Gas, in Wasser etwas löslich; spec. Gew.1,52? (Luft 1) oder 22 (Wasserstoff1). Bei 0°u. einem Drucke von 3040 Atmosphären verwan-delt es sich in eine farblose, leicht bewegliche Flüssig-keit, die bei88° siedet u. dabei eine so starke Ver-dunstungskälte erzeugt, daß sie zum Theil zu weißenKrystallen erstarrt. Eine Mischung von flüssigemS. mit Schwefelkohlenstoff gibt bei Verdunstung im s

Stickstoff.

luftleeren Raume eine Temperatur von140°. Esist selbst nicht brennbar, unterhält aber die Verbren-nung vieler Körper fast ebenso lebhaft wie reinerSauerstoff. Es kann in kleinen Mengen ohne Ge-fahr eingeathmet werden, wirkt aber eigenthümlichberauschend u. erzeugt eine von angenehmen Hallu-cinationen u. Lachlust begleitete Trunkenheit; beilängerer Einathmung bringt es vollständige Anä-sthesie (s. d.) hervor, worauf seine Anwendung nament-lich in der Zahnheilkunde (unter dem Namen Nitro-Oxygengas) beruht. In zu großer Menge eingeath-met wirkt es sehr schädlich, indem es sehr heftigeNervenzufälle hervorruft. Man stellt das S. durchReduction einer der höheren Oxydationsstufen desStickstoffs dar, indem man z. B. Zink auf sehr ver-dünnte Salpetersäure einwirken läßt od. Stickoxyd mitangefeuchteten Zink- od. EisenfeilspähnenlängereZeitin Berührung läßt; am Einfachsten durch Erhitzendes salpetersauren Ammons, welches bei etwa 200"in S. u. Wasser zerfällt (NH^OzMzO-I-NzO).Es wurde 1776 von Pristley entdeckt. Hetzer.

Stickstoff, Stickgas, lat. MbroAsnium, chem.Element, zur Gruppe der Metalloide gehörig. Zei-chen u. Gewicht des Atoms Is14. Färb-, geruch-u. geschmackloses Gas, nach Cailletet (1877) beietwa300° u. einem Drucke von 200 Atmosphä-ren zu einer Flüssigkeit verdichtbar; spec. Gewicht»Es (Luft1) od. 14 (Wasserstoff1); imWassernur äußerst wenig löslich (1 Vol. Wasser bei 4°0,°o,8 Vol.); nicht brennbar, unterhält weder dieVerbrennung noch die Athmung, vielmehr sterbenThiere und Pflanzen in ihm nach kurzer Zeit ausMangel an Sauerstoff, während er selbst nicht immindesten auf den Organismus wirkt. Gegen an-dere Körper verhält sich der S. sehr indifferent;mit Sauerstoff verbindet er sich direct nur, wenndieser vorher theilweise in Ozon verwandelt ist; mitKohlen verbindet er sich in der Nothgluth bei Gegen-wartvonAlkalienod.Alkalicarbonatenunter Bildungvon Cyanmetallen, auch mit Bor, Silicium u. einigenMetallen (Magnesium, Titan) geht er in der Roth-gluth direct Verbindungen ein. Der S. bildet einenHauptbestandtheilderatmosphärischenLuft(etwa^/g).Rutherford zeigte schon 1772, daß in der Lust eindie Athmung nicht unterhaltender Bestandtheil ent-halten ist; Scheelen. Lavoisier stellten ihn fast gleich-zeitig aus der Luft dar, letzterer nannte ihn Xsotzs(a xrivativuw, nüein, leben), wonach der deutscheName gebildet worden ist. Chaptal gab ihm denNamen MtroAsnium, weil er einen Bestandtheil derSalpetersäure (aeicknm oitzriouin) bildet. Der S.ist ferner ein wesentlicher Bestandtheil vieler orga-nischen Stoffe, so des Caseins, Albumins, Fibrins,der Hornsubstanz, der Alkaloide rc. u. findet sich auchin deren Zersetzungsproducten, so in den Steinkoh-len u. Braunkohlen. Die Pflanzen entnehmen denzur Bildung der Eiweißstoffe nöthigen S. den imGrundwaffer gelösten Ammonverbindungeu u. Sal-petersäuresalzen, die, wenn der Boden zu wenig da-von enthält, demselben durch künstliche Düngungzugeführtwerdenmüssen. Manstelltihnkünstlichdar,indem manentwederPhosphorin einer durch WasserabgesperrtenGlocke verbrennt od. Luft überglühende^ Kupferspähne leitet. Auch entsteht reiner S., wennman Chlorgasdurcheine concentrirte wässrige LösungI vonAmmoniak leitetsMüg-s-gLI.