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Ueber Wahrscheinlichkeitsrechnung : Vortrag, gehalten im Lese-Verein zu Tarnowitz am 17. Februar 1879
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Paris und Pictetin Genf erreichte Uebcrführuug des SauerstoffsWasserstoffs und Stickstoffs in den flüssigen und festen Aggregat-zustand eine weitere experimentelle Begründung gesnndenhat. Dochreicht unsere Theorie heute schon aus, um uns ein durch wohl-begründete Zahlenwerthe unterstütztes Bild von der Wirksamkeitder Moleküle bei den wichtigsten Gasarten zu verschaffen. Hier-nach bewegen sich die einzelnen Moleküle mit außerordentlichgroßer Geschwindigkeit; dennoch ist in Folge der sehr hohenZahl der fortwährend eintretendeu Stöße zwischen den Mole-külen der Weg, welchen ein Molekül zwischen zwei sichfolgenden Stößen zurücklegt, im Durchschnitt außerordentlich klein.Um eine Anschauung hierüber zu gewinnen, führen wir denMittlern Weg ein, d. h. denjenigen Weg, welcher, von der Ge-sammtzahl der Moleküle zurückgelegt, dieselbe Wegsumme liefert,wie die Summe der von den einzelnen Molekülen wirklich ge-machten Wege. Die folgende Tabelle liefert die von Clausiusfür einige Gasarten berechneten, für eine Temperatur von 0°und 760 mm Barometerstand geltenden Zahlen:

Gas

MittlereGeschwindigkeitin Meter:

Mittlerer

Weg in

Vwoo Millimeter.

Durchschnittszahl fürdie Stöße eines Mo-leküls pro Secundein Millionen.

Luft....

485

86

5,7

Sauerstoff

461

89

5,2

Stickstoff.

492

84

5,9

Wasserstoff

1844

160

11,5

Ein Erstaunen über die große Zahl der Stöße oder, wasdasselbe wäre, über die Kleinheit des zwischen zwei Stößen einesMoleküls liegenden Mittlern Weges wäre nicht gerechtfertigt.

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