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Ueber Wahrscheinlichkeitsrechnung : Vortrag, gehalten im Lese-Verein zu Tarnowitz am 17. Februar 1879
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cmschwellenden Stoff über das Verhalten der Gase durch genaueVersuche zu sichten. Das merkwürdige, ebenfalls durch einäußerst einfaches, allgemein geltendes Gesetz darstellbare Ver-halten der Gase gegen die Einflüsse der Wärme, neue Aufschlüsse,welche man über das Wesen der Wärme gewann, ließen endlichden Wunsch wieder aufleben, die verschiedenen, durch ihre Ein-fachheit so merkwürdigen Gesetze, welche das Verhalten der Gasebei Aenderuugen des Drucks, des Volumens und der Temperaturregeln, aus einem Priuzipe herzuleiten. Dieses Prinzip war inBernoulli's Ansichten über die Constitution der Gase bereitsgegeben. Die Sätze der Wärmelehre nöthigen zur Aufstellung,nicht der Hypothese, sondern des wohlbegründeten Satzes, daßjene Aenderung im Zustande eines Körpers, welche unser Gefühlals eine Temperatur-Erhöhung bezeichnet, mit einer Vergrößerungder Wirkungsfähigkeit oder, wie der technische Ausdruck lautet,der lebendigen Kraft der kleinsten Theile des Körpers, der Moleküle,identisch sei. Verbindet mau diesen unzweifelhaft richtigen Satzmit der Bernoulli'schen Hypothese über das Wesen der Gas-form, so wird es möglich, alle bisher für die Gase aufgefundcnenSätze mit Hülfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung, der Gesetze dergroßen Zahlen, welche das Spiel der in ihrer Bewegung nurdem Zufall unterworfenen Moleküle regeln, herzuleiten. Beson-ders deutsche Forscher, Clausius in Bonn und Meyer inBreslau, haben sich durch die Ausbildung dieser dynamischenTheorie der Gase hohe Verdienste erworben. Die Betrachtunghat sich jedoch nicht darauf beschränkt, die bekannten Gesetze alsFolgerungen eines Prinzips herzuleiten, sondern die durch diemathematische Analyse gewonnenen Folgerungen erschlossen, derexperimentellen Erfahrung voraneilend, neue Gebiete der Unter-suchung, welche bisher in allen Fällen das Resultat der Rechnung

bestätigte. Die Versuche über den Reibungswiderstand, welchenme)