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Molekül; so lange ein Körper in seiner chemischen Zusammensetzungungeändert bleibt, besteht er aus denselben Molekülen. DanielBernoulli nahm nun an, daß die ein Gas bildenden kleinstenTheilchen, also, wie die heutige Wissenschaft sagt, die dasselbezusammeusetzendeu Moleküle ohne jeden Einfluß auf einanderseien und jedes Molekül eine bestimmte Bewegung habe. Beidieser Bewegung der Moleküle, welche nur den Gesetzen, desZufalls unterworfen sein soll, in welcher also jede Bewegungs-richtung gleich oft sich vorfiuden soll, werden in jedem Augen-blicke gewisse Moleküle gegeneinander, andere an die Wand desumschließenden Gefäßes prallen. Diese in ihrer Bewegung ge-störten Moleküle sollen sich bei dem Stoß wie vollkommen elasti-sche Körper verhalten, also nach den Gesetzen über elastischeKörper zurückgeworfen werden. Man denke sich, sagt Bern oulli,ein cylindnsches, senkrecht stehendes Gefäß und darin einen be-weglichen Stempel, auf welchem ein Gewicht liegt. Die Höhlungmöge äußerst kleine Körperchen enthalten, welche sich mit großerGeschwindigkeit nach allen Richtungen hin bewegen. Dannwürden diese Körperchen, welche infolge ihres unaufhörlichenAnpralleus den Stempel tragen, ein Gas darstellen. Je größerdie Zahl der in einer bestimmten Zeit den Stempel treffendenKörper ist, desto größer wird das Gewicht sein, welches von den-selben schwebend erhalten wird. Wird also die Höhlung des Ge-fäßes nach irgend einem Berhältuiß verringert, mit anderenWorten, das Volumen des Gases verkleinert, so wird die Zahlder den Stempel treffenden Stöße in gleichem Verhältniß ver-größert, demnach ein in gleichem Verhältniß vergrößertes Gewichtgetragen. Somit gelangt Bernoulli zu einer scharfen Erklä-rung des ihm ausgefallenen Gesetzes.
Diese scharfsinnige Hypothese blieb über ein Jahrhundertunbeachtet. Die Wissenschaft war beschäftigt, den immer mehr
(SIS)