des Beobachters verwendet. Die vom einzelnen Individuum inder Gesellschaft und bei der Beobachtung gemachten Fehler bildendessen spezielle Statistik.
Aber die Wahrscheinlichkeitsrechnung hat uns nicht nur be-fähigt, ein scharf gesichtetes Beobachtungsmaterial zu erwerbenund an chiesem die Richtigkeit der von uns aufgestellten Natur-gesetze zu prüfen; sondern in den letzten Jahrzehnten ist sie selbstals Deuterin der Erscheinungen ausgetreten und hat eine Anzahlbis dahin unvermittelter Gesetze als Wirkungen derselben Ursachenerklärt. In der dynamischen Theorie der Gase lehrt die Wahr-scheinlichkeitsrechnung, alle uns bekannten Gesetze der Gase ausdenen des absoluten Zufalls zu ermitteln.
Die ersten Anfänge dieser Theorie reichen merkwürdigerWeise bis auf die Zeit der Begründung der.Wahrscheinlichkeits-rechnung zurück. In der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahr-hunderts hatten die Forscher Boyle und Mariotte das Gesetzentdeckt,' nach welchem zusammengedrückte oder ausgedehnte, aufeinen kleinern oder großem Raum gebrachte Luft den Druckauf die Wände des sie einschließenden Gefäßes ändert. DasResultat dieser Versuche liefert ein überraschend einfaches, unterdem Namen Mariotte's bekanntes Gesetz: Der Druck der Luftoder überhaupt eines beliebigen Gases ändert sich im umge-kehrten Verhältnisse, wie das von ihr eingenommene Volumen,vorausgesetzt, daß die Temperatur des Gases stets dieselbe bleibe.Daniel Bernoulli, ein Neffe des bereits erwähnten Verfassersder ^i-s oorstsoianäl, tüchtig als Arzt, berühmt als Mathematiker,suchte in seiner im Jahre 1758 erschienenen Hydrodynamikdieses merkwürdige Gesetz der gasförmigen Körper durch An-nahme über ihre atomistische Constitution zu erklären. Denndas im Mariotte'schen Gesetz-ausgedrückte Verhalten der gas-förmigen Körper, nach welchem diese einen von ihrem Eigen-