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den Massen nur nach längerer Zeit merklich ändern kann, darf der-selbe vernachlässigt und die Lebensdauer bei Betrachtung großerBevölkerungsgruppen als Function der Wahrscheinlichkeit an-gesehen werden. Wie sehr sich bei der Vergleichung umfassen-der Massen die Wirkungen der Individualität Ausgleichen undwie gerechtfertigt es ist, in vielen menschlichen Handlungen Er-scheinungen zu erblicken, welche sich nach den Gesetzen derWahrscheinlichkeitslehre vollziehen, zeigt die überraschende Regel-mäßigkeit, welche uns in normalen Zeiten die Criminalstatistik imGefüge der Perbrechen nach Art derselben, nach Alter und Geschlechtder Thäter nachweist, eine Regelmäßigkeit, welche den berühmtenStatistiker Belgiens, Quetelet, zu dem Ausspruche veranlaßte:„Es giebt ein Budget, welches mit erschütternder Regelmäßigkeitgezahlt wird, dies ist das Budget des Gefängnisses, der Galeerennd des Schaffots!"
Dieser Ausspruch ist allerdings mit großer Vorsicht aufzn-nehmen. Denn nicht nur bedarf jede Anwendung der Wahr-scheinlichkeitsrechnung aus das Gesellschaftsleben des Menschender beständigen Controle durch die Erfahrung, wodurch sich schonoft eine behauptete Regelmäßigkeit als Täuschung erwies; sondernvor Allem hat man die von rohem Materialismus verfochteneMeinung zurückzuweisen, als ob die Zahl der Diebstähle, derMorde und anderer Verbrechen, welche nach diesen Ergebnissen derStatistik auf eine Bevölkerungsgruppe fallen, die Folge eines überAlle herrschenden unabänderlichen Fatums sei, welches sich unberührtvon menschlichem Wirken nnd Können vollziehe, diejenige Eigenschaftder menschlichen Natur, welche man die Freiheit des Willensnennt, aufhebeud. Nur das ist zu folgern, daß im Allgemeinenauch der Wille des Menschen seine Entschlüsse nicht unabhängigvon äußeren, auf ihn einwirkendeu Umständen faßt. Der Willedes Menschen erscheint fast nie, und am wenigsten bei für sein
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