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Ueber Wahrscheinlichkeitsrechnung : Vortrag, gehalten im Lese-Verein zu Tarnowitz am 17. Februar 1879
Entstehung
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wie das Fallen einer bestimmten Nummer im Würfelspiel?Die Dauer eines Lebens ist durch die Constitution, dasTemperament, die Lebensweise, durch den Stand der allgemeinenGesittung bestimmt. Jede dieser Einwirkungen ist jedoch keinesolche, daß sich hieraus mit scharfer Sicherheit das Alter einesIndividuums bestimmen ließe. Denn in jenen Namen greifenwir eine Unzahl von Ursachen, theils bekannter, meistentheilsgedoch unbekannter Natur zusammen, welche in einer für unsunaufgeklärten oder doch mathematisch nicht darstellbaren Weisedas Lebensalter bedingen. Alle diese, aus eine bestimmte Personwirkenden Einflüsse .sind in ihrer Intensität und der Art ihresAuftretens zum großen Theile durch das Alter, welches diesePerson schon erreicht hat, bestimmt; das Lebensalter, welcheseine bestimmte Person erreichen wird, oder auch die Beantwortungder Frage, ob diese Person nach einer bestimmten Reihe vonJahren noch leben wird, hängt also im Allgemeinen, auch in strengmathemathischem Sinne, vom Alter, welches diese Person glücklicherreicht hat, ab. Wenn nun die Annahme erlaubt ist, daß alleüberigen Einwirkungen als rein zufällige auftreten, sich also keinBeweis dafür erbringen lasse, daß diese Ursachen auf die Ver-längerung oder Verkürzung des Lebens über oder unter einmittleres Maß in ungleichmäßiger Weise wirken, so sind wirallerdings berechtigt, die Wahrscheinlichkeitsrechnung bei Fragenüber die Lebensdauer in der geschehenen Weise anzuwenden.Stellen wir das Gesagte durch ein Beispiel klar. Die Summe,welche drei aus den Nummern 1 bis 90 blindlings gezogeneZahlen ergeben, hängt hauptsächlich ab von der Anzahl der Com-biuationen, in welcher sich diese Summe durch die Addition jedreier Zahlen von 1 bis 90 bilden läßt. Außerdem wirken nochviele andere, äußerst verwickelte Ursachen, welche in der Anord-nung der 90 Nummern und in der persönlichen Disposition des