Druckschrift 
Ueber Wahrscheinlichkeitsrechnung : Vortrag, gehalten im Lese-Verein zu Tarnowitz am 17. Februar 1879
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

d. h. die erste Tabelle, aus deren Zahlen man Schlüsse auf dieWahrscheinlichkeit ziehen konnte, daß in einem gewissen Alterstehende Personen noch eine angegebene Reihe von Jahren amLeben bleiben. Halley hatte die zum Entwürfe seiner Tabellennöthigen Zahlenangaben den Registern der Stadt Breslau ent-nommen. .Im Folgenden werde die Aufstellung einer solchenTabelle angedeutet, wobei wir die in Wirklichkeit allerdingsselten, zu Halley's Zeit aber für Breslau nahe geltende An-nahme zulassen, daß der Bevölkerungszustand eine lange Reihevon Jahren unveränderlich sei, also die festbleibende Zahl derjährlich stattfindenden Geburten mit derjenigen der Todesfälleübereinstimme. Den folgenden Ausführungen ist eine wirkliche,nach Beobachtungen im Königreich Sachsen aufgestellte Vitalitäts-tabelle zu Grunde gelegt, welche durch eine Zeichnung graphischwiederzugeben versucht wurde.

Es seien also in einer abgeschlossenen Bevölkerungsgruppewährend eines jeden Jahres 100 000 Kinder geboren worden,und nach den Zusammenstellungen der Standesämter im Laufedieses Jahres 53 965 Kinder im Alter unter 10 Jahren gestorben,so find 100 000 -53 965 -46 035 Kinder unter 100 000 Ge-,bürten vorhanden, welche das 10. Lebensjahr erreichen. Dem-nach ergiebt sich, wenn wir den B ernoulli'schen Satz überdas Verhältniß der großen Zahlen anwenden, als Werth der.Wahrscheinlichkeit, daß ein Kind der von uns beobachteten Bevölke-rungsgruppe sein 10. Lebensjahr zurücklege, oder, diese

Zahl als Decimalbruch geschrieben, 0,46035. Ferner finde sichdurch statistische Zusammenstellungen, daß 56 682 Personen unter20 Jahren im Laufe des Jahres ausgeschieden seien; so bestehenunter 100000 Geburten 100000 - 56682--43318, welche das20. Lebensjahr zurücklegten, allerdings immer unter Wahrungder erwähnten Voraussetzung, daß während der letztverflossenen