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Ueber Wahrscheinlichkeitsrechnung : Vortrag, gehalten im Lese-Verein zu Tarnowitz am 17. Februar 1879
Entstehung
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Die Preußische Klassenlotterie besteht nach ihrem jetzigenPlane aus 80 000 Stammloosen und 15 000, zu den Gewinnender zweiten, dritten und vierten Klasse auszugebenden Freiloosen,welche bis zu ihrer Ausgabe für Rechnung der Lotteriekasse Mit-spielern mit 43 000 in vier Klassen vertheilten Gewinnen. Diesernach dem Plane mitgetheilte Wortlaut wird durch die folgendeSchilderung einer Ziehung verständlicher werden.

Vor der Ziehung der ersten Klasse werden die Nummernsämmtlicher 95 000 Loose in eine, die Zahlen sämmtticher 4000 Ge-winne, welche bei dieser ersten Ziehung nach dem feststehendenPlane der Lotterie herauskommeu müssen, in eine andere Tombolagelegt. Die Zahl eines jeden Looses oder Gewinns befindet sichin einer kleinen undurchsichtigen Kapsel. Die Tombolen sindleicht bewegliche Hohleylinder aus Glas, vielleicht ^rn breit,

1 in im Durchmesser. Die Ziehung findet öffentlich statt. Vorjeder Tombola, welche aus erhöhten Estraden ausgestellt sind,steht ein Zögling des Berliner Waisenhauses, welchem das Ziehender Nummern aufgetragen ist. Jeder Knabe nimmt aus seinerTombola eine Nummer; derjenige, welcher die Loosnummer ge-zogen, übergiebt diese einem Beamten. Eine Klingel gebietetStille, und der Beamte ruft die gezogene Nummer mit lauterStimme aus. Dann nimmt er die vom zweiten Knaben ge-zogene Gewinnnummer, welche ebenfalls laut verkündet wird.Ist der gezogene Gewinn nicht der kleinstmögliche, werden Looseund Gewinnnummer zweimal ausgerufen. Nachdem 100 Num-mern gezogen sind, werden die Tombolen stark gedreht und hier- .durch ihr Inhalt durcheinander geschüttelt.

Jedes Loos, welches gezogen wird, gewinnt also; die zurück-gebliebenen, nicht gezogenen Loose bilden die Nieten. Von den95 000 Loosen, deren Nummern sich in der einen Tombola be-finden, gelangten jedoch nur 80 000, und zwar durch Verkauf,