ihm die Provinzial-Briefe gegen die Jesuiten, ein Meisterwerkfranzösischer Prosa, welches mit den bekannten, 120 Jahre spätererscheinenden Streitschriften Lessing's Legen Götze nicht nurvielfach im Inhalt, sondern auch in der Vorzüglichkeit der Formund der satyrischen Schärfe der Polemik übereinstimmt. In derPhysik lehrte er das Barometer zu Höhenmessungen und meteoro-logischen Beobachtungen benutzen. Weitaus am bedeutendstensind aber seine Entwicklungen in der Mathematik, und der vonihm aufgestellte und nach dem Forscher benannte Pascal'scheLehrsatz besitzt für die neuere Geometrie gleiche Wichtigkeit, wiesie für die älteren Theile des mathematischen Wissens der pptha-goräische Lehrsatz beansprucht. Dieser geistige Heros gerieth imSommer 1654, als er eben 30 Jahre zählte, in die Händeeines Abenteuerers, des Chevalier's de Märö, welcher sich alsSpieler einen berüchtigten Namen geschaffen hatte. Die Folgendieses Verkehrs mochten für Pascal Veranlassung bieten, überdie verschiedenen Möglichkeiten im Würfelspiel nachzudenken.Pascal theilte die hierüber geführten Untersuchungen seinem be-rühmten Collegen Fermat mit. Dieser, bei seinen Zeitgenoffenhauptsächlich als Dichter und Parlamentsredner bekannt, behauptetin der Geschichte der Mathematik ebenfalls einen ehrenvollenPlatz; und wie der Pascal'sche Satz für geometrische Unter-suchungen, bilden die Fermat'schen Sätze für zahlentheoretischeEntwicklungen eine Grundlage.
In diesem, zwischen Fermat und Pascal geführten Brief-wechsel wurden bereits, mit vollem Bewußtsein von der Bedeutungdes der Rechnung unterworfenen Gebiets, komplicirte Aufgabender Wahrscheinlichkeitsrechnung gelöst. Wir erfahren, daß dieäußere Veranlassung, welche Pascal zur Mittheilung an Fermattrieb, ein Streit des erstern mit seinem Genossen de Mör6 war.Beide wurden von einem nicht vollendeten Spiele abberufen,