scheint; oder deren Gesetze uns doch zur Zeit noch zu unbekanntsind, um das Wesen der Erscheinung, wenn auch nur angenähert,durch die Form einer mathematischen Abhängigkeit ausdrücken zukönnen. Zur ersten Art der Erscheinungen, deren Princip alsoder Zufall, die -absolute Unregelmäßigkeit, ausmacht, gehörenalle reinen Hazardspiele, und die bei diesen vorkommendenMöglichkeiten waren es auch, welche den ersten Anstoß zu dermathematischen Behandlung derselben gaben. Diese Untersuchungder bei zufälligen Ereignissen denkbaren Möglichkeiten hat sichin überraschend kurzer Zeit zu' der für das Versicherungswesen,die Statistik und die Naturwissenschaft so wichtigen und nochimmer an Bedeutung zunehmenden Wahrscheinlichkeitsrechnungentwickelt. Nur diese Wahrscheinlichkeitsrechnung hat die Bildungund Erhaltung von Gesellschaften zur Lebens- und Feuer-Ver-sicherung möglich gemacht; sie bildet die Grundlage für einenutzbringende Anwendung der Statistik, und ihr allein verdankenwir nicht nur die so weit getriebene Genauigkeit bei unserenphvsikalischen, besonders bei astronomischen Messungen, sondernsie hat auch im letzten Jahrzehnt ein Mittel geboten, um ingeheime und verwickelte Erscheinungen der Körperwelt einzudringen.Selbst ohne mathematische Kenntnisse, welche allerdings dieweitere Ausbildung dieser Wissenschaft in sehr bedeutendemMaße in Anspruch nimmt, gewähren'die einfachen und Jedemfaßlichen Grundlehren derselben einen Schlüssel zum Verständnis;vieler beachtenswerthen Vorgänge im praktischen und wissen-schaftlichen Leben.
Das Verdienst, den ersten Anstoß zur Ausbildung derWahrscheinlichkeitsrechnung gegeben zu haben, gebührt dem Fran-zosen Blaise Pascal, jenem berühmten Literaten des siebzehntenJahrhunderts, dessen Verdienste die Theologie, die Physik undMathematik bereicherten. Die theologische Literatur verdankt