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Ueber das Gold : nach Vorträgen, gehalten in Godesberg zum Besten einer höheren Knabenschule und in Bonn zum Besten des Gustav-Adolph-Vereins
Entstehung
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Gegen Ende des vorigen und in der ersten Hälfte desgegenwärtigen Jahrhunderts weist die amerikanische Goldproduktionnur geringe Mengen auf; man hätte glauben können, der WeitsContinent sei an diesem Edelmetall erschöpft. Noch aber gabes fast unberührte Ländergebiete, deren Goldschätze auszubeutender zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts Vorbehalten blieb. Keh-ren wir iudeß, bevor wir unsere Blicke nach Californien wenden,nochmals nach Europa, nach Deutschland zurück. — Tacitussagt im 5. Capitel seiner berühmten Schrift „Os Osrinawa"von unseren Vorfahren: „Gold und Silber ist ihnen versagt;

ob durch Gnade oder Zorn der Gottheit, will ich nicht ent-scheiden. Dennoch möchte ich nicht behaupten, daß keine Aderin Deutschland Silber oder Gold erzeuge. Denn wer hat nach-gesucht? Sein Besitz und Gebrauch macht ihnen nicht gar vielaus. Sie gehen mehr auf das Silber als auf das Gold aus,nicht aus Neigung, sondern weil die Silberstücke ihrer Zahl nachleichter zum Verkehr zu gebrauchen sind für Leute, welche allerleiund geringe Dinge kaufen." — Lange vor Tacitus wurde indetzschon durch die Taurisker, einem celtischen Stamme, in Noricum(welches von den Römern nicht zu Germanien gerechnet wurde)Gold gegraben; es sind die edlen Lagerstätten von Oberkärntenund dem angrenzenden Salzburger Laude. Der GoldreichthumNoricums mußte für die Römer ein besonderer Beweggrundsein, das zuvor freie Volk zu unterwerfen, 15 v. Ehr. Diereichen Goldgruben gingen in den Besitz der Römer über, ihreLandhäuser erhoben sich in den schönen Thalebenen, währenddie heimathlos gewordenen Landesbewohner in die Gebirgeflohen. Es erhob sich die Bergstadt Teurnia nahe dem Zu-sammenfluß der Möll und Drau, sie blühte bis in die Mittedes 5. Jahrhunderts. Da brachen von Osten her die Slamein, römische Sprache und Cultur verschwand, die Gruben wur-

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