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Ueber das Gold : nach Vorträgen, gehalten in Godesberg zum Besten einer höheren Knabenschule und in Bonn zum Besten des Gustav-Adolph-Vereins
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daß die portugiesische Krone allein aus der Provinz MinasGeraös als Quinto (>/z der Produktion) im Jahre 17541708 Klgr. Gold erhielt. Allmählich versiegten auch diese brasi-lianischen Goldquellen. In unserem Jahrhundert weift dasKaiserreich nur wenige reiche Goldgewinnungen durch Bergbau(z. B. 6-onAo soooo) auf, welche iudeß schnell wieder auf einMinimum herabsankeu.

Wir verdanken A. v. Humboldt eine sorgfältige Ermittlungder Massen von Edelmetall, welche Amerika in dem Zeitraumvon 1492—1803 geliefert hat. Die betreffenden Summen —sicherlich eher zu niedrig als zu hoch geschätzt — betragen5858 Millionen Reichsmark an Gold und 18 932 Millionen Markan Silber. Jene Goldmenge stellt ein Gewicht dar von 42 504Centnern (ä 50 Kgr.), das Silber wiegt 2112 789 Centner.Eine noch deutlichere Vorstellung dieser Massen von Edelmetallgewinnen wir, indem wir die Volumina berechnen, welche sieeinnehmen würden. Jenes Gold bildet, als homogene Massegedacht, 109 Cubikmeter; das Silber 10 061 Cubikmeter.

Durch die Thal des Columbus wurden diese Schätze er-schlossen und der alten Welt zugeführt. Schien sich da nichtzu erfüllen die Weissagung Jesaias (16, 17): „Ich will Goldanstatt des Erzes, Silber anstatt des Eisens dringen", und(l6, 20) „Deine Sonne wird nicht mehr uutergehen!" Fürden frommen Glauben des Columbus wenigstens war nur eineWeissagung in Erfüllung gegangen, wie die Worte in seinenPwfecias beweisen: „Ich wiederhole es, zum Gelingen des in-dischen Unternehmens nützten mir weder Scharfsinn noch Mathe-matik, uoch Weltkarten, es erfüllte sich nur, was-Jesaias ver-kündet hatte." Welch' ewig denkwürdige Lehre erwächst ausdieser Thatsache, daß selbst der Geist eines Columbus einer sol-chen Selbsttäuschung anheimfiel!-

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