20
R,
Menschen vorwärts durch pfadlose Wildnisse und über Sümpfetrieb. Die Jagd nach Gold führte zur schnellen Ausschließungder weiten Länderräume Brasiliens und Laplata's. „Im SüdenBrasiliens," so theilt Professor Süß uns mit, „war im 16. Jahr-hundert aus einer Vermischung der ersten europäischen Ansiedlermit der ursprünglichen Bevölkerung ein eigenthümliches ver-wegenes und ausdauerndes Geschlecht von Menschen entstanden.Sie nannten sich Paulisten. Ihr hauptsächlicher Erwerb scheintursprünglich Sklavenhandel gewesen zu sein. Weithin durchreistensie zu diesem Zweck das Innere des Landes und sie waren es,durch welche zuerst der Goldreichthum desselben bekannt wurde.In kleinen Schaaren wagten sie es, durch den tropischen Urwaldbis Peru zu dringen. Zahlreiche Paulisten, doch auch Europäerzogen in die Wildniß, um Gold zu graben." Da brach tödt-licher Haß zwischen ihnen aus. Es kam zu förmlichen Schlach-ten, in denen die Paulisten unterlagen. Der Todtenflnß, Uioeins Nortss, in der Provinz Minas Gerass bewahrt die Er-innerung an ein großes Gemetzel, welchem eine Schaar vonPaulisten zum Opfer fiel. Namenlose Bedrängnisse und Gefah-ren hatten diejenigen Schaaren zu bestehen, welche das reicheCuyaba, Provinz Matto Grosso, auf dem Paraguay zu erreichenstrebten. „Im Jahre 1730 erschienen die Wilden mit einerFlotte von 80 Canots auf dem Flusse, und noch 1733 wurdeeine aus S. Paulo kommende Schaar von 50 Boten mit weißenMenschen von ihnen angegriffen und zerstört." Doch endlichwurde auch von jenen im Innern des Continents liegendengoldreichen Ländern dauernd Besitz genommen, eine Kriegsflotillehielt die Verbindung auf dem Paraguay offen. So war Bra-silien während des vorigen Jahrhunderts, nach der Erschöpfungder spanischen Länder, das wichtigste goldproducirende Land derErde. Wie groß der Reichthum war, erhellt aus der Thatsache,
(40S)