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Wahngebilde eines Eldorado. Viele Tausende von CentnernGold hatte man erbeutet und Spanien war das an Edelmetallreichste Land der Welt geworden. Doch dies, so wähnte man,sei verschwindend, sei nichts im Vergleiche zu den Schätzen,welche im Innern Südamerika's vorhanden seien. Dort läge,so glaubte man unerschütterlich, die Hauptstadt einer neuen Jnca-Dynastie; die Stadt, vom See Parime umflossen, habe ausGoldquadern erbaute Mauern. Eine Beschreibung und Kartedes Landes und der goldenen Stadt Manoa war bereits er-schienen. Dies ersehnte Dorado zu erreichen, wurden großartigeExpeditionen ausgerüstet, welche vom Hochlande in die unge-heuren Waldgebiete des Westens Hinabstiegen, ohne etwas ande-res zu finden, als Riesenströme, Sümpfe und undurchdringlicheWälder. Der Glaube au das Dorado, welches während des16. Jahrhunderts über jeden Zweifel erhaben schien, fand nochbis zu Ende des vorigen Jahrhunderts überzeugte Anhänger,welche in die Guayana-Wälder eindrangen, um das Ziel ihrerBegierden zu erreichen. Die goldene Mythe wurde vom Fußeder Anden immer weiter nach Osten verlegt; so wurde der süd-amerikanische Continent seiner ganzen Breite nach durchwandert,aber die Stadt mit den goldenen Mauern wurde nicht gefunden.
Die erwähnten Länder der neuen Welt, die Antillen, Cen-tral-Amerika, Columbien, Ecuador, Peru, lieferten — so kannman annehmen — ihre Goldmassen innerhalb zweier Jahrhun-derte nach Europa ab. Darauf versiegten die Quellen dieserProduktion oder flössen nur in äußerst geringer Menge. Estraten nun mit ihren Schätzen Brasilien und die Plataländerhervor. Im Jahre 1680 wurde in der Provinz Minas Geraösdas erste Gold ausgefuudeu, bald darauf folgte die Entdeckungdes Edelmetalls in den Provinzen Goyaz und Matto Grosso.Auch in Brasilien war es unersättlicher Golddurst, welcher die
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