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Ueber das Gold : nach Vorträgen, gehalten in Godesberg zum Besten einer höheren Knabenschule und in Bonn zum Besten des Gustav-Adolph-Vereins
Entstehung
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große Scheiben von Gold, auf welche die aufgehende Sonne ihnStrahlen warf, den Mittelpunkt des Cultus. Die Wände unddie Decken waren mit Goldplatten bekleidet. Im Tempel zuCuzco saßen auf ihren goldenen Thronen die Mumien derKönige, der Sonnensöhne. Goldene Gärten (Huertas äs oro),welche mit den Sonnentempeln verbunden waren, erweckten diehöchste Bewunderung der Spanier. Darin standen nachgebildetin reinstem Gold Bäume mit Laub und Früchten, Vögel aufden Zweigen sitzend. Als besonders gelungen wird die Nach-bildung der Maisstauden mit ihren Kolben gerühmt. (AuchSalomo ließ schon zum Schmucke des Tempels Blumen in GoldNachbildern 1. Kön. 7, 49). Doch weder die goldenen Pflanzen,noch die Geräthe und Sonnenbilder retteten dem Jnca dasLeben. — Als das in den Händen der Indianer befindliche Goldmit List oder Gewalt, oft unter Anwendung der Tortur, geraubt,brachte der Goldreichthum des Landes ein neues Verderben übersie. Um sie zur Arbeit in den Goldwäschen und -Gruben zuverwenden, wurden alle Indianer für unfrei und zu Knechtender Weißen erklärt. Sie mußten unter schweren Bedrückungendas Gold theils aus den Flüssen waschen, theils aus den Gän-gen des Gebirges durch Grubenbau gewinnen. Der schwerenArbeit ungewohnt zogen die Aermsteu den freiwilligen Tod derübermäßig harten Arbeit vor. „Nicht blos Familien, sondernganze Dorfgemeinden luden sich zu gemeinschaftlichem Selbst-mord ein" (Peschel, Zeitalter der Entdeckungen, S. 548). Sowurde das goldreiche, einst dicht bevölkerte Hayti menschenleer.

Nachdem das Hochland der Anden von Ecuador, Peru undBolivia mit seinen Goldschätzen in allgemeinen Umrissen schnellbekannt geworden, entstand eine der seltsamsten und zugleichmächtigsten Wahnvorstellungen, welche, Böses und Gutes wirkendin der Geschichte der Menschheit aufgetaucht sind. Es war das

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