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Die Kenntuiß des Goldes reicht über alle geschichtliche Nach-richt hinaus. Das Wort selbst bewahrt die Erinnerung, daßschon in den frühesten Zeiten dies Metall mit der Sonne, denierhabensten Gegenstände des Universum in Verbindung gebrachtwurde. Das hebräische Wort „Lalrrrb" bedeutet nämlich, „vomSonnenlicht beschienen", auch das lateinische „^.unum." weistauf die Wurzel Oi, welche „Licht" bedeutet. — Die goldeneSonne, die goldene Jugend, die goldene Freiheit: diese undähnliche Ausdrucke beweisen, daß wir das Schönste und Herr-lichste nur mit dem Golde zu vergleichen wissen. Von einemgoldenen Zeitalter als von einem glücklichen Jugendzustande derMenschheit haben die Dichter aller Völker gesungen:
Wo jetzt nur, wie unsere Weisen sagen,
Seelenlos ein Feuerball sich dreht,
Lenkte damals seinen goldnen WagenHelios in stiller Majestät.
Schöne Welt, wo bist Du? kehre wiederHoldes Blüthenalter der Natur!
Ach nur in dem Feenland der LiederLebt noch Deine goldne Spur.
Ach, niemals hat es bestanden, dieses goldene Zeitalter derDichter! Mit dem entbehrungsvollen steinernen Zeitalter trittdas arme gequälte Menschengeschlecht in die früheste Periode derGeschichte ein, — nicht aber mit einem goldenen. Doch unzer-störbar wohnt die Vorstellung eines goldenen Jugendalters unse-res Geschlechts in den Herzen der Menschen. — Schon in derältesten und ehrwürdigsten Ueberlieferung wird des Goldes ge-dacht. Bei der Aufzählung der vier Hauptwasser, welche denGarten Eden durchstießen, lesen wir: „Das erste heißt Pison,das fließet durch das ganze Land Hevila und daselbst findetman Gold und das Gold dieses Landes ist köstlich" (I. Mos. 2).
(M)