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Ueber das Gold : nach Vorträgen, gehalten in Godesberg zum Besten einer höheren Knabenschule und in Bonn zum Besten des Gustav-Adolph-Vereins
Entstehung
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der Wahrheit abirrt als das lobpreisende Urtheil des großenGenuesen, welcher an der Hoffnung festhielt, daß durch die gol-denen Schätze seiner neuen Welt die heiligen Orte der Christen-heit aus den Händen der Ungläubigen zu gewinnen wären.Hören wir noch das Urtheil eines Zeitgenossen des Augustusüber den Werth des Goldes! Der berühmte Geschichtschreiberund Geograph Diodorus Siculus, welcher 30 Jahre die ganzedem Alterthum bekannte Welt durchreiste, um sichere Nachrichtenüber Länder und Völker zu sammeln, schließt seine Schilderungder Goldbergwerke am äußersten Ende von Aegypten,dort, woAethiopien und Arabien an einander grenzen", mit den Worten!durch viele Arbeit erhält man das Gold: seine Gewinnung er-heischt großen Fleiß; es wird schwer bewahrt; sein Gebrauch istzwischen Vergnügen und Schmerz getheilt."

Diesem merkwürdigen Metall, welches seit Jahrtausendengleich sehr gepriesen und verflucht wird, soll unsere Betrachtunggewidmet sein. Wie verschiedenartig ist die Rolle, welche dieMetalle in der Geschichte der Menschheit spielen! Das Eisenliefert uns die Pflugschaar, Schwerdt und Kanone, Schienen-straug und Telegraphendraht, Dampfmaschine und Uhrfeder.Ohne Kenntniß des Eisens und seiner Darstellung hätte dasMenschengeschlecht die Höhe der Cultur nicht erreicht, welche esjetzt einnimmt. Es ist das Eisen mit unserem gesammteu Cultur-zustande so innig verkettet, daß wir uns das menschliche Lebenohne Eisen kaum noch vorstellen können. Wie das Eisen dasnützlichste, so ist das Gold beinahe das nutzloseste von allen Metallen.Wir müssen der Vorsehung dankbar sein, daß sie uns nicht stattdes Eisens das Gold in reichlichster Fülle gegeben, denn es würdedas Eisen nicht ersetzen können. Dem nutzlosesten Metall ist seitdem hohen Alterthum die Rolle eines Werthmessers aller mensch-lichen Güter zugefallen.

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