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Das Reich der Ironie in kulturgeschichtlicher und ästhetischer Beziehung
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aber ist auch an dem Helden selbst neben seiner idealen Seiteeine sehr reale hervorzuheben, nämlich die in jedem subjektivenPathos der Leidenschaft liegende Beschränktheit, die sich als Jrr-thum in der Beurtheilung der realen Verhältnisse, als Ueber-eilung im Handeln, als Vergreifen in den Mitteln, auch alspersönliche Charakterfehler wie Ehrgeiz, Ruhmsucht u. s. f. offen-baren. Diese beiden Seiten, d. h. die in gewisser Beziehungberechtigte Position der Wirklichkeit und die Einseitigkeit desHelden selbst, bilden nun zusammen die Klippe, an welcher dasideale Streben des' Helden, weil es mit sich selbst in Wider-spruch geräth, scheitert, und da es ganz in diesem Kampfe auf-geht, seine Existenz überhaupt zerschellt. Aber wenn er alseinzelne Existenz an diesem Widerspruch zu Grunde geht, so wirddoch die Idee, zu deren Vertreter er sich aufwarf, durch seinenKampf selbst über ihn hinaus schließlich zum Siege geleitet.Daß er selber von den Früchten desselben nichts mehr genießt:darin liegt die Ironie seines tragischen Geschicks; daß er in derUeberzeugung von der Nothwendigkeit des endlichen Sieges derIdee, den er nicht mehr erschaut, untergeht: darin liegt andrer-seits die Versöhnung, d. h. die ästhetische Wirkung, welche keinerechten Tragödie fehlen darf.

Die Erkenntniß dieser inneren versöhnungsvollen Noth-wendizkeit, die sich ebenso auch in der großen Tragikomödie desweltgeschichtlichen Protestes offenbart, führt den denkenden Geistallein zu jener höchsten und sittlich wie ästhetisch berechtigtstenForm der Ironie, welche wir früher als die humoristischeWeltanschauung bezeichnet haben, in welcher allein die Wider-sprüche des Lebens zu einer halb heiteren, halb wehmüthigenAusgleichung gelangen.

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