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Das Reich der Ironie in kulturgeschichtlicher und ästhetischer Beziehung
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dnrfniß entwickelt, zu dem ganzen Inhalt überhaupt, als eineman sich unwahren, eine ironische Stellung zu nehmen, ist eigentlichselbstverständlich; daß aber gerade in dieser negativen Wendungdie römischen Dichter ihr Bestes leisten und am wenigsten alsbloße Nachahmer erscheinen, während das ernste Drama den aller-niedrigsten Standpunkt eiuuahm und nur hellenische Mythen be-handelte, dies liefert auf's Neue den Beweis ihrer ursprünglichenPoesielosigkeit: die römischen Satiriker, Epigrammatiker undKomödiendichter besitzen daher allein, ebenso wie die Architektenin der bildenden Kunst, eine gewisse Originalität. Wenigstensgilt dies von ihrer späteren Ausbildung, denn ihr Ursprung basirtallerdings theils auf etrurischen Elementen, wie die „Fescenninen"und „Atellaneen", welche in improvisirten Witzeleien und dialogi-sirten Possen bestanden, die bei öffentlichen Volksfesten producirtwurden, theils auf griechischen Traditionen, wie z. B. die Komödiendes Plautus und Tereuz als Nachbildungen Menandrischer Stückezu betrachten sind. Es bildeten sich sogar, ähnlich wie dermoderne Hauswurst und ähnliche Figuren, bestimmte Typen aus,z. B. der Maccus, der privilegirte Narr in den Volksstückeu,der Pappus oder Bucco, eine Art politischer Karikatur, undähnliche mehr.

Das Mittelalter kennt — aus Gründen, die früher be-reits angegeben wurden — ebensowenig wie der vorautike Orienta-lismus die subjektive Form der Ironie. Erst gegen Ende des15. Jahrhunderts, d. h. mit dem Beginn der reformatorischenBewegung in Kunst, Wissenschaft und Religion, begann sich die-selbezu entwickeln. Was dieKunstreformation oder die „Renaissance"betrifft, so ist diese „Wiedergeburt" nicht als ein Zurückgreifenauf die Antike, im Sinne einer Wiederherstellung der diesereigenthümlichen Formen zu fassen — dies wäre schon deshalbunmöglich gewesen, weil das malerische Schönheitsideal der christ-

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