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heroisches Interesse: Ruhm Ehre, Macht, Herrschaft; und wennsie dies Interesse unter dem Panier eines idealen, d. h. auf dieRealisation der Idee gerichteten Strebens zu verfolgen behaupten,so reden sie wahrer, als sic selber glauben. Denn eben hierinbesteht die Ironie ihres Schicksals, daß ihre Leidenschaften, andenen sie als an ihrer Schuld untergehen, in der That für denWeltgeist die wahren Hebel zur Verwirklichung seiner weltge-schichtlichen Zwecke abgeben. Sind diese seine Zwecke, welcheaber nach einer ganz anderen Richtung hin liegen als dieAbsichten der ihm dienenden Helden, erreicht, so werden dieletzteren entweder wie Cäsar und Walleustein ermordet, oderwie Napoleon auf eine wüste Insel verbannt, wenn sie sichnicht selber, wie KarlV. in eine melancholische Einsamkeitzurückziehen oder wenigstens wie Alexander in ihrer Jugendsterben. Grausam aber erscheint diese Ironie, wenn es sichwirklich einmal um ein von der Idee wahrhaft erfülltes Indivi-duum handelt; gewöhnlich übernimmt dann die Nation selbst, deres angehört, die ironische Rolle des Weltgeistes, indem sie eszum Lohn opferfreudiger Hingebung entweder wie Aristidesden „Gerechten" ostracirt oder wie Sokrates den Giftbechertrinken oder wie Columbus in Ketten verschmachten läßt.
Wenn die im Weltprozeß liegende Ironie der Geschichte,die wir kurz als „kulturgeschichtliche Ironie" bezeichnen können,durchaus der objektiven Form dieses Begriffs augehört, so par-ticipirt die „ästhetische Ironie", d. h. der ironische Inhalt inForm künstlerischer Anschauung sowohl an der objektiven wie ander subjektiven Form, an der letzteren jedoch nur insofern, alsdavon, wie schon Eingangs bemerkt wurde, die rein persönlicheBeziehung auszuschließen ist, so daß sie wesentlich allgemein-menschliche Bedeutung behält. Denn selbst da, wo es sich, wiein der „Satire" und in der „Karrikatnr" scheinbar um bestimmte
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