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verstanden werden —, hat die Ironie die Bedeutung entwederdes indirekten Tadels, wenn nämlich ein Fehler oder ein Vergehengelobt, oder auch des Lobes, wenn ein tüchtiges Werk, eine ver-dienstliche Handlung, Eigenschaft u. s. f. — und zwar gerade in Dem,was sie auszeichnet — in scherzhaft freundlicher Weise getadeltwird. Dies Gebiet des ironischen Verhaltens hat einen sehrweiten Umfang, da es von dem Extrem des liebenswürdigstenWohlwollens (im ironischen Tadel) bis zum schneidendsten Hohn(im ironischen Lobe) eine unendliche Reihe von Modifikationenumfaßt.
Gleichwohl bilden alle diese Formen der Ironie, weil sielediglich eine subjektiv-persönliche Bedeutung haben, nichtden Gegenstand unserer Untersuchung und sind hier auch nur er-wähnt, um sie ausdrücklich von derselben ausznschließen. Nurdiejenige Seite der subjektiven Ironie, welche einen ästhetischenund deshalb unter dem Schein persönlicher Form verborgenenallgemeinen Werth besitzt, kann für uns in Frage kommen,odann aber das große, kulturgeschichtlich höchst bedeutsame Ge-biet der objektiven Ironie, welche zuweilen selber mit ironischerNebenbedeutung als „Ironie des Schicksals" bezeichnet zu werdenpflegt, d. h. das Element der Ironie als negativ trei-bende Kraft des kulturgeschichtlichen Entwickelungs-processes.
Bevor wir aber diese beiden Sorten der Ironie, die wirkurz als „kulturgeschichtliche" und als „ästhetische Ironie" be-zeichnen können, näher in's Auge fassen, ist es — um den hierleicht eintretenden Mißverständnissen vorzubeugen — nothwendig,uns zunächst über das Wesen der Ironie überhaupt, sowie überden Umfang ihres Gesammtgebiets zu orientireu.
Ihrem ursprünglichen Wortsinn nach bedeutet Ironie (vomgriechisch s^m) blos das „Reden mit einer bestimmten, nur
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