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Über die Aufgabe der modernen Thiergeographie ; ein im geographischen Verein zu Frankfurt a/M. im October 1878 gehaltener Vortrag
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letzte sich durch Kleinheit ihrer Individuen auszeichnete. Außer-dem aber unterschieden sich diese von den im Freien gefangenenExemplaren derselben Art ganz außerordentlich in der Behaarungder Beine sowohl, als auch in den relativen Größenverhältuissender verschiedenen Körperregionen. Es geht daraus hervor, daßdie Verminderung der Gesammtgröße, wie sie durch den Einflußsolcher Züchtung hervorgerusen wird, sich nicht gleichmäßig überalle Körperabschnitte vertheilt, denn sonst müßten die kleinerenBeine der Abart auch dieselbe Zahl der Borsten und in dergleichen Stellung zu einander haben, die sie bei den völlig aus-gewachsenen einnehmen; dies ist aber nicht der Fall. So istdeutlich ersichtlich, daß eine und dieselbe Ursache in ungleicherWeise auf die verschiedenen Theile desselben Thieres wirkt. Aberalle diese so durch die directe Einwirkung der äußeren Lebeus-umstände hervorgerufenen verschiedenartigen Eigenthümlichkeitensollen, so sagt man, wieder spurlos verschwinden, sobald die be-dingenden Momente nicht mehr vorhanden wären.

Es ist nun, wie ich gleich bemerken will, in hohem Gradewahrscheinlich, daß dies richtig ist. Aber es läßt sich mit Rechtbezweifeln, ob davon auch immer die richtige Anwendung ge-macht worden sei; denn es folgt aus der eben zugegebeuen That-sache noch durchaus nicht, daß nicht doch Veränderungen constantgemacht werden könnten, welche ihren Ursprung den direct wir-kenden äußeren Lebensbedivgungen verdankten. Es gehörte dazueben nur, daß die bewirkenden Ursachen selbst constant blieben.Ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung wird zeigen, wiedies möglich sein dürfte.

Während meiner langjährigen Reisen in den Tropen deröstlichen Hemisphäre habe ich ganz besonders die Lebensweiseder Korallen und zwar vor Allem die der Riffbauenden in'sAuge gefaßt. Dabei machte ich denn die Bemerkung, daß dieRiffkorallen nur dann senkrecht in die Höhe wachsen, wenn sievon einem ziemlich starken Strom tangirend getroffen werden,

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