tologen sich mehr und mehr zu Zoologen umbilden und, wie dasjüngst in glänzendster Weise durch Zittel bei Untersuchung derfossilen Schwämme geschah, auch die rein systematischen Fragenberücksichtigen müssen, ebensowohl werden die Thiergeographengenöthigt sein, mehr als bisher geschah, die Verwandtschafts-deziehungen der für sie wichtigen Thiere in Betracht zu ziehen.
Wäre nun jene erste Voraussetzung von der Vollständigkeitdes paläontologischen Buches je zu erfüllen und hätten wirzweitens auch schon einen völlig sicheren Einblick in die realenVerwandtschaftsverhältnisse aller Thiere gewonnen und wäre so-mit das zoologische System vollkommen, sodaß seiner leichtennnd sicheren Anwendung gar keine Schwierigkeiten im Wegestünden: so würden wir doch immer noch nicht den uns ganzzufrieden stellenden Einblick in die Vorgänge der geschichtlichenEntwickelung unserer Thierwelt gewonnen haben.
Wir hätten dann allerdings zwei sehr bedeutende Schrittevorwärts gethan; denn die Aneinanderreihung der geschichtlichenThatsachen wäre vollkommen und wir wären im Stande, mitSicherheit das Auseinander von dem ganz zufälligen Neben-einander zu trennen. Aber diese dritte Forderung bliebe dabeiganz und gar unerfüllt: aus der so sestgestellten Geschichtslehreauch eine Geschichtswissenschaft zu macheu. Denn die Ursachenjener von uns erkannten Verknüpfung verschiedener Faunen oderihrer Entstehung aus einander wären dabei gänzlich unerforschtgeblieben. Wir haben somit drittens jetzt noch zu untersuchen,was der Thiergeographie noch thut, damit sie der weiteren Pflichtzu genügen vermöge und sich gleichzeitig der Wissenschaft derZoologie als würdiger Theil derselben anschließe.
Fassen wir zu diesem Behufe das vorhin angeführteBeispiel der amerikanischen Pferde etwas näher in's Auge,Wir hatten aus den Thatsachen der systematischen Zoologie mitRecht gefolgert, daß ein einhusiges Pferd nur durch Umbildungaus einem vielhufigeu Thier entstehen konnte und die Paläou-