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Natürlich erstreckt sich die Bernsteinschicht auch weit unterdem Meeresboden fort, wird hier leicht durch die stürmischenWogen aufgewühlt und daher der Bernstein, der nur wenigschwerer ist, als das Meerwasser, von den Wellen an den Strandgeworfen.
Früher begnügte man sich, ihn dem Meere durch Schöpfenmit Käschernetzen abzugewinnen, jetzt geschieht dies theils durchBaggermaschinen, wie in Schwarzort, theils durch Taucherarbeit,wie in Palmnicken.
Die ans diese Weise gewonnenen Bernsteinmassen sind ganzungeheuer, im Jahre 1876 allein in der Provinz Preußen2700 Ctr. und dennoch ist bei der schon jetzt sestgestellten enor-men Flächenausdehnung der blauen Erde nicht zu befürchten,daß in absehbarer Zeit der Ertrag des Bernsteins sich vermin-dern wird. Nun enthält zwar die blaue Erde neben ihremBernstein auch Holzreste, aber doch nur in so geringer Menge,daß man unwillkürlich die Frage aufwirft: Wo ist der Bern-steinwald geblieben, wo sind die mächtigen Stämme hinge-kommen, die diese ungeheure Menge von Harz lieferten, wofinden sich wenigstens die mächtigen fossilen Kohlenlager, diesich doch wenige Fuß über der blauen Erde in den Braunkohlen-chichten erhalten haben?
Es ist dies noch eine der ungelösten Räthselfragen, die derBernstein dem forschenden Menschengeiste seit nunmehr 3000Jahren aufgiebt, und die in der verschiedenster: Weise, aber bis-her nicht genügend beantwortet worden ist. Die Einen nehmenan, der Bernstein sei an der Stelle, an der er entstand, liegengeblieben, die Stämme des Bernsteinwaldes aber seien durchMeeresfluthen fortgeschwemmt. Andere wollen umgekehrt es fürwahrscheinlich halten, daß der Bernstein gar nicht an seinemjetzigen Fundorte entstanden, sondern durch die Fluchen ange-schwemmt sei. Ich kann beide Ansichten nicht für wahrscheinlich
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