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Gehen wir nun zu den Lagerungsverhältnissen über, indenen der Bernstein heute im Samlande gefunden wird.
Er kommt dort zunächst in den Braunkohlen führendenSchichten vor, aber doch nur spärlich und nesterweise, so daßseine Ausbeutung in diesen Schichten nicht lohnend ist; dieeigentliche B ernsteinschicht ist die sogenannte „blaueErde", welche unter den Braunkohlen führenden Schichten ineiner Mächtigkeit von 4 — 20 Fuß liegt und aus einem grün-lich grau gefärbten thonigen Sande mit häufigen silberglänzen-den weißen Schüppchenbesteht. Wenn diese ganz charakteristischeSchicht der „blauen Erde" bei Bohrversuchen gefunden wird,so ist man sicher, im eigentlichen Reiche des Bernsteins zu sein,sie ist überall, wo man sie noch ausfand, so reich, daß jederKubikfuß derselben ^ Pfund des werthvollen Steines enthält.Soeben sagte ich, daß die Farbe der blauen Erde grünlichgrau sei, und in der That wird niemand, der die Proben der-selben in einer Sammlung sieht, begreifen, wie sie zu dem Namender blauen Erde kommt.
Und dennoch sieht sie an Ort und Stelle, wo ich sie imJahre 1860 in der Bernsteingräberei Sassau im Samlande sah,blau aus.
Es ist dies ein optisches Phänomen, das ich nicht erklärenkann, und das höchst überraschend ist.
Vielleicht liegt es in dem Gegensätze der gelblich weißenSandschichten, die darüber liegen, vielleicht spielt der Reflexvon Himmel und Meer eine Rolle dabei.
Thatsache ist es, daß ich zu wiederholten Malen Probenaus der auch auf mich den Eindruck einer bläulichen Schichtmachenden Erde nahm, und sie aus der Schachtel wieder fort-schiittete, weil ich, sobald ich sie in derselben hatte, immer wie-der glaubte, zufällig eine Stelle der Schicht getroffen zu haben,die die charakteristische Farbe nicht zeigte, bis mir die Thatsache
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