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16. und 17. Jahrhunderts zeigen einen kolossalen Rückschrittgegen die richtige Erkenntniß der Alten.
Erst im vorigen Jahrhundert bricht sich die richtige Ansichtvon der fossilen Harznatur des Bernsteins allmählich Bahn.Seitdem hat unsere Kenntniß der Natur desselben rasche Fort-schritte gemacht, und zwar vorzugsweise durch die Arbeiten vonSchweigger 1819, Johann Christian Aycke und Or. Be-rendt in Danzig, dann seit 1845 durch die bedeutenden Arbeitendes Professor Göppert in Breslau und endlich durch ProfessorZaddach in Königsberg.
Schon früher bei Gelegenheit des Epigramms von Martialführte ich an, daß der Bernstein häufig sogenannte Einschlüsseenthalte, und diese Einschlüsse haben es den oben genanntenNaturforschern möglich gemacht, ein sehr deutliches Bild desBernsteinwaldes zu zeichnen.
Der Bernstein floß als ein mehr oder weniger dünnflüssigesHarz aus den Wurzeln, den Zweigen und der Rinde seinesBaumes, und schloß häufig Insekten und Theile des Waldes,die der Wind hinführte, Blütchen und Blättchen, auch Stückevon der Rinde oder Samen ein.
Das dünnflüssige Harz umgab dieselben vollkommen, er-härtete, und erhielt so diese zarten thierischen und pflanzlichenTheile in einer Vollkommenheit, die es heute noch möglich machtan Dünnschliffen die feinste Struktur derselben unter dem Mi-kroskope zu erkennen. Natürlich konservirte er auch Zweige undRindenstücke des Baumes, aus dem er geflossen, und so wares denn möglich, den Bernsteinbaum selbst festzustellen, so wieauch über die Bäume und Pflanzen, die im Bernsteinwaldesonst noch wuchsen, und die Insekten, die ihn belebten, einesolche Menge von Einzelheiten zu ermitteln, daß sich aus den-selben ein ziemlich vollständiges Bild jener um Millionen Jahreentlegenen Zeit Herstellen ließ.
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