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auch heute noch Bernstein verkommt (also Nordsee-Bernstein)auf dem Seewege durch die Meerenge von Gibraltar (wohlder älteste, von den Pöniziern cingeschlagene Weg), theils vondemselben Fundorte über Land nach Massilia, dem heutigen Mar-seille, und aus einem Nebenwege über die Alpen nach dem Po,ferner vom Samlande theils über die Gegend des heutigenPreßburg nach dem adriatischen Meere, theils den Pregel auf-wärts und den Dniepr abwärts nach dem Pontus Euxinus, demheutigen schwarzen Meere.
Zahlreiche Münzenfunde im Vaterlande des Bernsteinesbeweisen noch heute den damaligen regen Handelsverkehr, undso ist der Bernstein der erste Vermittler geworden zwischen derhohen Civilisation der südeuropäischen Völker und den nördlichenBarbaren an den Küsten der Ostsee.
Auch über das Wesen des Bernsteins hatten die altenRömer und Griechen schon sehr richtige Ansichten, indem sieihn für ein Baumharz erklärten, und wenn auch die meistenden Baum, von dem er stamme, für die Schwarz-Pappel hielten,so nimmt doch schon Plinius ganz richtig an, daß er in dasFichtengeschlecht gehöre. Nur in einem Punkte irrten sie, in-dem sie annahmen, daß der fragliche Baum noch zu ihrer Zeitin fernen Landen wachse, und dieser Jrrthum ist natürlich, dasa die Einsicht, daß es frühere Erdperioden mit eigenem Pflanzen-und Thierleben gab, von dem nichts weiter erhalten blieb, alswas sich in späteren Erdschichten konservirte, erst die Folge ver-hältnißmähig neuer Entdeckungen ist.
Aber dann folgten anderthalb Jahrtausende, die nicht nurkeinen Fortschritt in der Erkenntniß der Natur im allgemeinenund unseres Bernsteins insbesondere machten, sondern diese, wieso manche andere Wahrheit, die das Alterthum erkannt hatte,mit dem Schutte der Unwissenheit und des Aberglaubens be-deckten, und selbst die Ansichten der gelehrten Naturforscher des
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