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dort das Verfahren kennen lernte, die natürlichen Farben derSteine durch künstliche Behandlung wesentlich zu verschönern.Die alten Römer, denen ja lebhaft gefärbte Onyxe für außer-ordentlich werthvoll galten, kannten dies Verfahren bereits, wiePlinius berichtet, indem er erzählt, daß die Farben der Steineschöner würden, wenn man sic in Honig legt. Man hielt dieseStelle lange für eines der zahllosen Märchen, die sich beiPlinins finden, bis sich nun herausstellte, daß Plinius nur dieerste Hälfte des Verfahrens beschrieben hat. Die verschiedenenSchichten in den Achatmandeln haben nämlich einen sehr verschiede-nen Grad von Porosität, so daß, wenn man sie in verdünntemHonig längere Zeit liegen läßt, einige Schichten viel, anderewenig oder nichts von diesem Stoffe anfsangen.
Läßt man daraus Schwefelsäure in derselben Art aus dieSchichten einwirken, so entstehen die lebhaftesten Färbungen, in-dem einige Schichten schwarz, andere lebhaft braun werden, diesich dann von den wenig porösen, weiß bleibenden scharf abgrenzen.Es scheint, daß sich dies Verfahren bei den römischen Stein-schneidern als Handwerksgeheimniß von Jahrhundert zu Jahr-hundert vererbt hat, und es war lange ausgefallen, daß dierömischen Steinschneider, die ihre Steine in Oberstem kaufenkamen, viel schöner gefärbte Cameen und Gemmen verkauften,als man im Birkenfeld'schen fand. Von einem solchen römischenSteinschneider erfuhr ein Obersteiner das Verfahren, und ob-gleich dieser es zuerst auch geheim hielt, wurde es doch baldbekannt und nun ganz allgemein angewendet. Hierdurch ge-wannen die Fabrikate so außerordentlich an Schönheit, daß ihrAbsatz sich erheblich steigerte und Obersteiner Händler mit ihrengeschliffenen Achaten sogar bis Südamerika kamen. Dort ent-deckten dieselben unerschöpfliche Massen von Achatmandeln,deren Gewinnung viel leichter war, als der mühsame Bergbauin dem harten Melaphyr der Heimath, weil in Südamerika
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