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kopflose Flucht Alles in Verwirrung stürzen? Würde der Taumelder Genußsucht, die ihre Henkersmahlzeit mit Todesfurcht paart,im Bündniß mit feiger Verzweiflung die Oberhand gewinnen?Oder sind die moralischen Besitzthümer der Gegenwart, sindAufopferung, Menschenliebe, Gemeinsinn, Selbstverleugnung, indemselben Maße gewachsen, wie der Vorrath unserer wissen-schaftlichen Kenntnisse?
Ich wünschte, diese Frage bejahen zu können, aber ich mußsie unentschieden lassen. Nicht zu leugnen ist jedoch, daß dieGefährlichkeit der Pest nicht blos abhäugt von der Verderblich-keit ihres im Dunkeln schleichenden Giftes, sondern auch von demMindermaß sittlicher Eigenschaften, die in den Charakter derVölker wurzeln. Feigheit, Verzweiflung, Eigennutz und Genuß-sucht sind die sichern Bundesgenossen der Seuche und verviel-fältigen die Keime des Todes.
Hier zeigt sich die Wechselwirkung aller menschlichen Lebeus-verhältnisse. Dem oft betonten Worte, das eine „gesunde Seeleim gesunden Leibe" verheißt, steht wenigstens im Hinblick aufdie großen Wauderseuchen als Gegensatz von gleicher Stärke auchdieWahrheit gegenüber: „Eine gesunde Seele, ausgerüstetmit den Tugenden der Selbstbeherrschung, mit derKraft der Entsagung, fähig zur Aufopferung desEigennutzes auf dem Altar der Menschenliebe, verbürgtdie Wahrscheinlichkeit der Grundhaltung des Leibes.Die gesunde Seele ist Baumeister des gesunden Leibes!
Howard war nicht der erste, der in Zeiten der Pest daseigene Leben an die Rettung seiner Mitmenschen gesetzt hat. Durchdas Dunkel einer der trübsten Zeitperioden strahlt der Name desCardinals Boromeo. Aber man darf nicht vergessen, daß derbescheidene Brite, ohne durch kirchliche Gelübde gebunden, ohnevon Motiven menschlicher Ehrsucht getrieben zu sein, losgelöst
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