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John Howard und die Pestsperre gegen Ende des 18. Jahrhunderts
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zum großen Theil leider! auch darbenden und nvthleidendeu Be-völkerung, haben eine Ausdehnung gewonnen, die eine Anwendungder alten Pestsperre auf große Binnenstädte undenkbar erscheinenlassen muß. Mit der Anhäufung einer ungeheuren Bevölkerungs-ziffer in den modernen Industriestädten hat meistentheils die Besse-rung der Wohnungsverhältuisse, der öffentlichen Reinigungund der Volksernährung keineswegs gleichen Schritt gehaltenund es möchte in den Augen mancher Beobachter der Zweifelwohl berechtigt erscheinen, ob in den niederen Bevölkerungs-schichten mancher Europäischer Industriestädte, besonders zuZeiten ungewöhnlicher wirthschaftlicher Noth, die mörderischeKraft der Pest nicht größer sein möchte, als in orientalischenHafenstädten.

Auf der andern Seite stehen aber auch die erheblichen Gegen-anzeigen, die uns vor übertriebener Furcht warnen.

Es ist unmöglich, daß die Pest gegenwärtig weite StreckenLandes durchwandert, ehe sie bemerkt und erkannt wird. Weilsie sich von ihren ehemaligen Schleichwegen zu den größerenVerkehrsstraßen hinwendet, unterliegt sie, überall wo sie be-troffen wird, der Wahrscheinlichkeit sofortiger Entdeckung. Ob-wohl sie uns schneller erreichen kann, als ehemals, sind wir Den-noch besser darauf vorbereitet, sie in gebührender Weise abzu-wehren, oder, wo das unmöglich sein sollte, einzuschränken undzu bekämpfen. Bevor der Güterzug, der verpestete Maarenfortschleppt, in einen Eisenbahnhof einläuft, ist ihm ein tele-graphischer Funke vorausgeeilt, der das Ergebniß sorgfältigerErkundigungen übermittelt. Ganz Europa steht unter der Po-lizeiaufsicht einer Alles beobachtenden Presse, die auch das ent-fernte Gerücht verzeichnet und zu sofortigen Aufklärungsversuchenanregt. Selbst säumige Regierungen stehen'unter dem Einflußder öffentlichen Meinung, die Schutz für Leben und Gesundheit

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