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John Howard und die Pestsperre gegen Ende des 18. Jahrhunderts
Entstehung
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anzustellen bemüht war. Was insbesondere die Cholera anbe-langt, deren Ursprungsstätte gleichfalls dem Orient angehört,so ergiebt sich hinsichtlich der Art der Verschleppung und Ueber-tragung von Ort zu Ort eine Reihe kaum abzuweisender Ana-logien.

Die hauptsächlichsten Schwierigkeiten, die einer Nachahmungder alten Pestsperre gegenwärtig im Wege zu stehen scheinen,dürften in folgenden Umständen geboten sein:

Der Handelsverkehr zwischen den abendländischen Staatenund der orientalischen Welt und die Bewegungen des Personen-zugs von Osten nach Westen und umgekehrt hat eine Ausdeh-nung gewonnen, die jeder Vergleichung mit dem vorigen Jahr-hundert spottet. Insbesondere muß auch die Herstellung desalten Handelswegs nach Ostindien vermittelst der Durchstechungder Landenge von Suez dabei veranschlagt werden. An Stelleder alten Segelschiffe, die nach längerer Seefahrt wenigstenszwischen mittelländischen Häfen und nordischen Handelsplätzeneinige Vermuthungen der Unverdächtigkeit für sich hatten, sindschnell laufende Dampfer getreten, die an zahlreichen Zwischen-stationen ihre Passagire wechseln- Rußland, ein kaum zu über-schauendes Verbindungsglied zwischen Abend- und Morgenland,hat seine Grenzen nicht nur gegen West-Europa vorgeschoben,sondern sich auch, was noch bedeutsamer ist, den alten Grenzstättender Pest in Asien durch seine Eroberungen fort und fort ange-nährt. Die Bedeutung seines Handels, der auf großartigenSchienenwegen, zwischen den Ufern der Newa und der Weichseleinerseits und den Gestaden des schwarzen Meeres und den trans-kaukasischen Besitzungen dahinrollt, steigert die Gefährlichkeit derLandwege für Pest und Cholera vorzugsweise im Hinblick aufDeutschland und Oesterreich. Unsere mittleren und größerenStädte, die Sammelpunkte einer nicht nur zahlreichen, sondern