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und den Verkehr der Gesunden mit den Kranken abschneiden."
Trotz des Bestehens einer mit wirksamer Machtvollkommen-keit ausgerüsteten Gesundheitsbehörde und trotz der günstigengeographischen Verhältnisse hatte Howard die Pestsperre inVenedig durchaus unwirksam oder geradezu gefährlich gefunden.Der augenscheinliche Verfall, in dem die Republik seit Menschen-altern dahinstechte, hatte offenbar alle ihre Einrichtungen er-griffen. Ein bestechliches Beamtenthum setzte die bestehendenRegeln einfach außer Augen. Howard selbst überzeugte sich,indem er Geldgeschenke verabreichte, daß das Verbot, Geldvor-theile anzunehmen, nicht mehr beachtet wurde.
Es wäre begreiflich gewesen, wenn Howard, der der festenAnsicht war, daß das Pestgift nicht durch körperliche Berührungvon den Hautporen ausgenommen, sondern nur durch Einimpfungoder Einathmuug übertragen werden könne und überdies sogardie Leichen der Verpesteten nach eingetretener Erstarrung fürgefahrlos hielt, Angesichts der in Venedig gemachten Erfahrungen,zu einem Gegner der Quarantaineanstalten geworden wäre.Er war indessen zu gewissenhaft, um sich den leichtfertigen Schluß-folgerungen derjenigen anzuschließen, die in allen Fällen eineQuarantaine nur aus dem Grunde für unentbehrlich hielten,weil ein absoluter Schutz vermittelst derselben nicht erreichtworden war. In starken Worten strafte er diejenigen, die ausGründen der Sparsamkeit oder in der leichtfertigen Bestreitungder Uebertragbarkeit der Pest dazu riethen, von Maßregeln derSperre abzusehen und es den Einzelnen anheimzugeben, sich durchein passendes Verhalten, durch den Genuß von gutem Wein,durch Rauchtabak, durch Aufheiterung ihres Gemüths, durchrechtzeitige Flucht oder andere, damals empfohlene, Mittel inSicherheit zu bringen. Die große Mehrzahl der ärztlichen Sach-verständigen stand zu Howard's Zeiten unter dem Eindruck der
riss.