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John Howard und die Pestsperre gegen Ende des 18. Jahrhunderts
Entstehung
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Auch anderwärts hatte die Pestnoth dazu gedrängt, Gesund-heitsbehörden mit außerordentlichen Machtvollkommenheiten zuschaffen. Sobald die Seuche erloschen war, pflegte man aber dieLehren der Vergangenheit nur zu leicht zu vergessen. Wahrschein-lich war es auch das venetianische Muster, das Mead vor-schwebte, als er 1720 seine berühmte vielfach aufgelegte, noch1801 ins Französische übersetzte Schrift auf Veranlassung desenglischen Parlaments abfaßte. Er rechnet zu den wirksamstenVorbedingungen erfolgreicher Bekämpfung der Pest die Einrich-tung eines Gesundheitsrathes nach dem Grundsätze der Unter-ordnung örtlicher Behörden unter eine höchste Reichsstelle. Ersagt darüber Folgendes:

Ich glaube, daß man in allererster Linie einen Gesund-heitsrath bilden muß, zusammengesetzt aus den höchsten Staats-beamten, aus städtischen Beisitzern und zwei oder drei Aerzten;diesem Rathe wäre ausreichende Machtvollkommenheit zu ge-währen, um mit Billigkeit und Gerechtigkeit die von ihm aus-gegangenen Befehle vollstrecken zu lassen. Die Obsorge für recht-zeitige Erkennung der in jeder Pfarrei auftretenden Erkrankungenmüßte fernerhin nicht alten unwissenden Weibern, wie bisher,überlassen bleiben, sondern Männern von erprobter Zuverlässig-keit und Geschicklichkeit. Ihre Pflicht wäre, die Kranken zu be-suchen, und sobald sie irgend welches ungewöhnliche Krankheits-zeichen bemerken, namentlich in Fällen blasser Flecken, von Eiter-beulen oder Karbunkeln, sofort dem Gesundheitsrath Bericht zuerstatten, welcher alsdann Aerzte absenden wird, um verdächtigeLeichen zu prüfen, und die nahe belegenen Häuser zu besuchen,namentlich in Fällen, in denen die Insassen unvermögend sind,weil hier die Pest am leichtesten entsteht. Wenn auf Grundihres Berichtes das Vorhandensein von Pest anerkannt ist, mußman sofort die Entfernung der angesteckten Familie auordneu

(ISS)