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fördert werden können; es führt genaue Sterberegister mitder Verachtung, bei allen plötzlich vorkommenden, hinsichtlich derUrsache verdächtigen, Todesfällen sorgfältige Nachforschungen au-zustellen, zu welchem Zwecke dem Gesundheitsrath ein Arzt undund ein Chirurgus besonders beigegeben find. Außerhalb derStadt Venedig bestand in jeder größeren Stadt des venetianischenLandgebiets, deren Handel einigermaßen Bedeutung besaß, einenach denselben Gesichtspunkten eingerichtete Gesundheitsbehörde,die mit solchen Personen besetzt sein mußte, deren Unabhängig-keit außer Zweifel stand, weil sie an Handelsgeschäften persönlichnicht betheiligt sein durften, und aus städtischen Mitteln keines Besoldung empfingen. Alle diese localen Behörden waren dems Gesundheitsrathe der Stadt Venedig untergeben.
Auffallend darf es genannt werden, daß in dieser Einrich-tung der venetianischen Republick mancherlei Grundgedankenfrühzeitig verwirklicht wurden, die die neuere Staatswisseuschaftnicht selten als englische Vorbilder betrachtet hat. Insbesondereist dabei eigenthümlich, daß man an der Spitze einer so macht-vollen Behörde den Gedanken der ehrenamtlichen Selbstverwal-tung in der Weise verwirklichte, daß man das sachverständige,technisch-berufsmäßige und besoldete Beamtenpersonal in eineuntergebene Stellung versetzte, wie dies noch heute vielfach ins der englischen Grafschaftsverwaltung üblich ist, dagegen die volle! Verantwortlichkeit der oberen Leitung nur solchen Männern ver-
s traute, die durch ihre bürgerliche Stellung, durch Unbefangen-
l heit und die Weite eines politisch gereiften Blickes die Bürg-schaften darzubieten schienen, daß sie sich in der Verfolgung ihrerZwecke frei halten würden von jeder Einseitigkeit, die manchenj Fachmännern eigen ist, indem sie wissenschaftliche Theorien, oder^ persönliche Ansichten als Staatsangelegenheiten behandeln, sobalds ihnen die Macht des Amtes gegeben wird.
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