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John Howard und die Pestsperre gegen Ende des 18. Jahrhunderts
Entstehung
Seite
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Als höchst gefährlich galten demgemäß: Wolle, die ausihrer Verpackung gänzlich herauszunehmen und in Haufen vonhöchstens vier Fuß aufzuschichten war, um täglich zweimal um-geschüttelt und von ihrem Platze entfernt zu werden, Seide,Federn, roheBaumwolle, Kameelhaare, Filz, Pelzwerk,Tuch und Leinwand, sowie alle in eine derartige Umhüllungverpackten Gegenstände, mit Ausnahme etwa der Rosinen undKorinthen, deren theilweise Verdunstung, wie man damals glaubte,als eine Art der Desinfektion wirkte. Als in hohem Maße ver-dächtig galten auch Tabak, obwohl einige Aerzte auch ihn zuven Abwehrmitteln gegen die Pest rechneten und das Rauchendringend anempfahlen, Thierhäute, Wachs, Schwämme undKerzen, mit Rücksicht auf den darin enthaltenen Baumwollen-docht. Freigegeben waren im unverpackten Zustande nur Ge-treide, Salz, Leinsaamen, Sämereien, Wein, Marmor, Mineralien,Farbstoffe, Holz, Elfenbein, Sand und einige andere Artikel.

Howard's Urtheil über die venetianischen Einrichtungen,die er unter Preisgebung feines Lebens erforscht hatte, lautet imGroßen und Ganzen entschieden ungünstig. Er sagt darüber:

Die Verordnungen, die in den venetianischen Quarantaine-anstalten beobachtet werden sollen, sind weise und gut. Gegen-wärtig aber findet man in fast allen Anstalten der Gesundheits-pflege, die ich Gelegenheit zu beobachten hatte, so viel Nach-lässigkeit in der Ausführung jener Vorschriften, soviel Bestech-lichkeit unter den leitenden Personen, daß die Ouarantaine bei-nahe nutzlos geworden ist und die Lazarethe zu nichts Andermdienlich sind, als zur Besoldung von Beamten und dienstuntaug-licher Personen."

Vielleicht lautet dieses Urtheil noch zu milde. Nach derBeschreibung, die Howard selbst von seinen venetianischen Kranken-zimmern gegeben hat, würde man ihn kaum tadeln können, wenn