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John Howard und die Pestsperre gegen Ende des 18. Jahrhunderts
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Gerade diese Umstände einer oft unsicher gebliebenen Er-kennung der wirklich vorliegenden Krankheit, müssen erwogenwerden, wenn man sich darüber Rechenschaft ablegt, warum nachden von Howard mitgetheilten Ziffern die Mortalitätsverhält-uisse in verschiedenen Zeitperioden nicht nur mehrerer hinterein-ander auftretender Seuchen, sondern sogar einer und derselbenSeuche so weit von einander abweichen.

Ebenso erklärt sich daraus, wenigstens theilweise, daß dasHeilverfahren vielmehr durch zufällige örtliche Ueberlieferungenals durch klare Principien bestimmt ward. Es scheint, daß vonverständigeren Aerzten neben der Praxis der damals nur selten inihrer Verwerflichkeit begriffenen Aderlässe^) in der Behandlung derPest die Analogie der typhösen Fieber vielfach befolgt wurde:daher als Regel die Anwendung allgemein bekannter Mittel zurBekämpfung der Fieberglut (antiphlogistische Behandlung),oder die Verabreichung säulnißwidriger Arzneien (sog. anti-septische Behandlung) neben chirurgischen Eingriffen, zur Be-schleunigung der Eiterung in den Pestbeulen oder zur Entfernungder etwa auftretenden Karbunkeln.

Howard selbst schloß sich, wie nach dem Reichthum seinerin Kerkern gesammelten Erfahrungen nicht anders zu erwartenwar, Denjenigen an, die auf Herstellung reiner Luft in der Um-gebung des Kranken, auf Beschaffung eines guten Trinkwassers,und angemessene Ernährungsweise größeres Gewicht legten alsauf Verabreichung bestimmter Arzneien, unter denen Brech- undAbführungsmittel erklärlicher Weise die erste Rolle spielten. Schondie große Anzahl der damals in Vorschlag gebrachten Arzneienläßt einen ungünstigen Schluß auf die Wirksamkeit jeder einzelnenzu; ihre Liste erinnert uns nur zu lebhaft an die Anpreisung allerjener Getränke, die bei dem ersten Auftreten der Cholera in denheutigen Tagesblättern feil geboten werden. Nicht wenige der

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